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BUND-Fahrplan zeigt Weg zur Energiewende

Obwohl die Landesregierung in den letzten Jahren im Wesentlichen an den bisherigen fossil-atomaren Energieversorgungsstrukturen festgehalten hat, ist die Energiewende, d. h. eine auf regenerativen Energien basierende Energiewirtschaft, bis zum Jahr 2050 in Baden-Württemberg noch möglich. In der Neuauflage des Fahrplans Energiewende skizziert der BUND, welche Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung gemacht werden müssen. Die Bereiche Energieeinsparung, gesteigerte Energieeffizienz und der Ausbau der Erneuerbaren Energien müssen gleichrangig vorangetrieben werden. Und dies nicht nur im Stromsektor sondern auch bei der Wärmeversorgung und im Verkehrsbereich. Letzteres wurde erstmalig mit in die Machbarkeitsstudie übernommen. Atomkraftwerke sind dagegen ebenso überflüssig wie der Neubau von Kohlekraftwerken. Beides sind Dinosauriertechnologien, die sich mit einer zukunftsgerichteten Energieversorgung nicht vereinbaren lassen.

Weg vom fossil-atomaren Abstellgleis

Der BUND nennt klare Zielmarken, die bis 2020 erreicht werden müssen, damit langfristig bis 2050 die Umstellung auf eine zukunftsfähige Energiewirtschaft in Baden-Württemberg zu schaffen ist. Bis 2020 müssen die energiebedingten Kohlendioxidemissionen um mindestens 20 Prozent reduziert werden, um dann bis 2050 eine Reduktion von 70 Prozent zu erreichen. Aus klimapolitischer Notwendigkeit, aber auch aus ökonomischen Erwägungen muss der Ausbau der Erneuerbaren Energien wesentlich kraftvoller vorangetrieben werden als bisher. Dies gilt sowohl für den Strom- als auch den Wärmebereich, in denen der Anteil regenerativer Energien bis 2050 auf jeweils mind. 60 Prozent gesteigert werden muss. Um dies zu erreichen, müssen heute die Weichen gestellt werden. Das fossil-atomare Gleis ist ein marodes Abstellgleis, das auch mit überarbeiteten Techniken wie etwa der Kohlendioxidabscheidung nicht saniert werden kann.

3 ·E + 3 ·V = Energiewende

Im Fahrplan Energiewende wird deutlich, dass das Ziel nur erreicht wird, wenn bei der Energie die berühmten drei E (Energiesparung, Energieeffizienz, Erneuerbare Energien) und im Verkehr die drei V (Vermeidung, Verlagerung, (technische) Verbesserung) konsequent verfolgt werden. Diese Maßnahmen schaffen Vorteile für die Wirtschaft und für Verbraucherinnen und Verbraucher. Die auf endlichen fossilen Ressourcen basierenden Energiepreise werden mittel- bis langfristig deutlich ansteigen – das wird kaum jemand bestreiten. Werden regenerative Energien frühzeitig ausgebaut, wird sich das nach anfänglichen, begrenzten Mehrkosten schon mittelfristig preisdämpfend auswirken. Weitere technische Optimierungen bewirken Kostenvorteile, so dass sich die Preisspirale der Erzeugungskosten – anders als bei den fossilen Energien –  nach unten bewegt. Dazu gibt es schon heute ein großes, ohne weiteres nutzbares Einsparpotenzial. Jede vermiedene Kilowattstunde Energie und jeder Liter Benzin, der nicht verbrannt wird, trägt zu einer positiven Gesamtbilanz bei. Gleiches gilt für Effizienzsteigerungen, beispielsweise durch den verstärkten Ausbau der Kraftwerke in Kraft-Wärme-Kopplung. Um die Wärme aus Heizkraftwerken und dezentralen Blockheizkraftwerken jedoch effektiv nutzen zu können, müssen zahlreiche Wärmenetze aufgebaut werden. Hier ist finanzielle Förderung und politische Unterstützung durch die Landesregierung dringend erforderlich.

Entscheidende Rolle der Kommunen

Mit entscheidend für die Energiewende wird die Umsetzung von Maßnahmen auf kommunalpolitischer Ebene sein. Städte und Gemeinden, aber auch Kreise und Regionen sind prädestiniert, eine ökologische Energie- und Klimaschutzpolitik zu realisieren und mit vorbildlichen Projekten sowohl einen finanziellen als auch einen Imagegewinn zu erzielen.

Der BUND-Fahrplan Energiewende belegt eindeutig, dass für eine sichere, kostengünstige Energieversorgung in Baden-Württemberg weder Atomkraftwerke noch neue Kohlekraftwerke gebraucht werden. Eine zukunftsfähige Energieversorgung gründet sich auf Erneuerbaren Energien, Energieeinsparungen und gesteigerte Energieeffizienz. Die Landesregierung muss jetzt endlich die Chancen nutzen und die Weichen in Richtung eines nachhaltigen Energiesystems stellen.



Foto: eyewire, Fotalia.com
Foto: Swetlana Wall, Foalia.com
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