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16 Tipps zur Wärmeenergieeinsparung

Jedes Grad mehr Raumtemperatur erhöht den Energieverbrauch um 6 Prozent. Deshalb sollten Sie Wohnräume möglichst auf maximal 18 bis 20 °C und Ihr Schlafzimmer auf 16 °C heizen. In der Küche, wo Herd, Kühlschrank, etc. mit heizen, reichen meist 17 °C aus. Senken Sie nachts die Temperatur möglichst um 5 °C. Entscheidend ist dabei jedoch die individuelle Behaglichkeitstemperatur. Für nicht genutzte Räume empfehlen wir 12 °C oder gar die Frostschutzeinstellung.

Richtiges Lüften sorgt für behagliche Wärme: Drehen Sie die Heizung aus und öffnen Sie die Fenster ganz. Lassen Sie die Fenster bei Durchzug fünf bis maximal zehn Minuten geöffnet. So tauschen Sie im Winter in nur wenigen Minuten die komplette Raumluft einer 75-m²–Wohnung aus, ohne dass die Wände viel Wärme verlieren. Wenn Sie dagegen mit einem gekippten Fenster dauerlüften, heizen Sie buchstäblich Ihr Geld zum Fenster hinaus.

Thermostatventile regeln zuverlässig und konstant die Raumtemperatur, auch wenn z. B. die Sonne ins Zimmer scheint. Bei richtiger Nutzung helfen sie bis zu 8 Prozent Heizenergie zu sparen. Besonders wirksam sind programmierbare Ventile. Beachten Sie: Weder Thermostatventile noch Heizkörper dürfen mit Verkleidungen, Vorhängen oder Möbeln verdeckt sein. Ansonsten entsteht ein Wärmestau, der die Heizkosten schnell steigen lässt.

Eine gewissenhafte Wartung der Heizanlage kann den Energiebedarf um bis zu 10 Prozent senken. Am besten lassen Sie einen Fachmann vor der Heizperiode ran. Bei der Wartung soll überprüft werden: Ist die Temperatur für das Warmwasser nicht zu hoch eingestellt? Stimmt der hydraulische Abgleich? Ist die Pumpeneinstellung auf der kleinstmöglichen Stufe? Sind die Heizkörper entlüftet? Ist die Vorlauftemperatur richtig? Ist die Temperaturabsenkung für die Nacht korrekt programmiert? Stimmt der Druck im Heizsystem? Stehen die Thermostate in ungenutzten Räumen auf Frostschutz?

Ca. 30 Millionen Heizungspumpen sorgen bei uns für kuschelig warme Häuser und Wohnungen. Viele Pumpen sind jedoch überdimensioniert und dadurch Ursache für rund 10 Prozent der Stromkosten. Mittlerweile gibt es Hocheffizienzpumpen, die im Vergleich zu älteren Modellen nur einen Bruchteil an Strom benötigen. Hocheffizienzpumpen lassen sich leicht am Energie-Label erkennen. Das Label entspricht im Wesentlichen dem EU-Label, das Sie von Waschmaschinen und anderen Haushaltsgeräten bereits kennen. Die Energieeffizienzklassen der Pumpen reichen von A (Energiesparer) bis G (Energieverschleuderer). Da die Kennzeichnung freiwillig erfolgt, werden jedoch nicht alle Pumpen klassifiziert.

Moderne Heizsysteme verbrauchen bis zu 40 Prozent weniger Energie als ältere. Beim Austausch sollten Sie entweder auf eine klimafreundliche Holzheizung oder auf eine moderne Brennwerttechnik in Kombination mit Solarthermie setzen. Die Heizanlage soll effizient arbeiten und einen geringen Schadstoffausstoß aufweisen; beim Kauf einer Holzheizung bietet z. B. der „Blaue Engel“ eine Orientierungsmöglichkeit. Ideal ist die solare Unterstützung für Warmwasser und Raumwärme.

 

Informieren Sie sich in der BUND-KURZinfo "Elektrische Wärmepumpen – sinnvolle Energietechnik oder Kuckucksei der Stromversorger?" über diese oft propagierte Heizungtechnik.

Strom ist zum Verheizen viel zu schade! Doch schätzungsweise 35 000 000 000 kWh Strom – Tendenz steigend – werden in privaten Haushalten, im Gewerbe und bei Dienstleistungsbetrieben für Stromdirektheizungen wie Nachtspeicherheizungen, Radiatoren, Konvektoren, Heizlüfter und Strahler verbraucht. Die dadurch verursachten CO²-Emissionen sind wegen der hohen Energieverluste in den Kraftwerken ca. 13-mal höher als bei einer Pelletsheizung.

Wenn Sie auf der Suche nach einer neuen Wohnung sind, dann lassen Sie sich vom Verkäufer oder Vermieter den gesetzlich vorgeschriebenen Energiepass zeigen. Es gibt den Pass in zwei unterschiedlichen Varianten: Der verbrauchsorientierte Pass gibt Ihnen Anhaltspunkte über Energieverbrauch und –kosten. Er basiert auf dem Verbrauch des bisherigen Nutzers. Viel aussagekräftiger ist der bedarfsorientierte Pass, der auf der Wärmedämmung und der Haustechnik basiert.

Weitere Infos zum Gebäudeenergiepass finden bei der Deutschen Energie-Agentur (DENA).

Gehen Sie auf Schwachstellensuche! Fachleute können mit Thermografiebildern und Blower-Door-Tests Schwachstellen an ihrem Haus aufspüren, wie z. B. Wärmebrücken und Undichtigkeiten. Wenn Sie diese Schwachstellen beheben, sorgen Sie nicht nur für ein behaglicheres Zuhause und weniger Energieverbrauch, sondern vermindern gleichzeitig auch das Risiko von Bauschäden und Schimmelpilzbildung.

Ein Drittel der Energie in Deutschland schlucken Gebäudeheizungen. Mit Wärmedämmung und moderner Technik ließen sich davon mehr als zwei Drittel einsparen. Die Unternehmensberater von McKinsey haben berechnet, dass sich Klimaschutz und Energiesparmaßnahmen im Gebäudebereich besonders lohnen. Ca. 90 Prozent der derzeit technisch möglichen Maßnahmen rechnen sich mittelfristig für den Besitzer. Bei einem Großteil der Altbauten bieten sich aus ökologischen und ökonomischen Gründen vor allem die Wärmedämmung der Außenwände, der Heizkörpernischen, der obersten Geschoss- und der Kellerdecke sowie der Austausch von Fenstern und Türen an. Danach sollten Sie die Heizanlage entsprechend dem gesunkenen Wärmebedarf modernisieren.

Prüfen Sie mit dem BUND-Heizenergiecheck, ob Ihr Gebäude wärmetechnisch in Ordnung ist und ob Ihre Heizkosten angemessen sind. Bei zu hohen Verbrauchs- und Kostenwerten erhalten Sie gleich fachlichen Rat für nächste Schritte, um Abhilfe zu schaffen.

Investieren Sie in eine bessere Energieeffizienz, mit öffentlichen Finanzierungshilfen. Wie und wo Sie diese erhalten, können Sie in der Fördermitteldatenbank nachschlagen.

Passivhäuser sind im Winter angenehm warm und im Sommer kühl. Sie sind nicht exotisch, sondern entsprechen dem Stand der Technik. Sie zeichnen sich u. a. durch sehr gute Wärmedämmung, hochwärmegedämmte Fenster, hohe Luftdichtigkeit, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und sehr gute passive Sonnen­energienutzung aus. Passivhäuser – ob Neubau oder modernisierter Altbau – haben einen Heizwärmebedarf von nur rund 10 Prozent eines konventionellen Gebäudes. Weitere Informationen gibt es unter ww.passiv.de.

 

 

Beachtet man beim Neubau die Hinweise der BUND-Fachgruppe "Bauen und Energie" kann der Heizenergieverbrauch eines neuen energiesparenden Gebäudes um 1/3 gegenüber der heute gebräuchlichen Bauweise gemindert werden. Die Fachgruppe besteht aus Architekten, Ingenieuren und Studierenden und bietet Informationen von der Altbausanierung bis zu den Haushaltgeräten.

Wenn eine umfassende energetische Sanierung nicht möglich ist: Kleine Maßnahmen bringen auch einiges, sind oft in Eigenleistung umsetzbar und erwirtschaften die Investitionskosten meist nach zwei bis drei Heizperioden zurück. Bis zu 30 Prozent weniger Wärmeverluste sind möglich, wenn Sie beispielsweise

  • undichte Fenster-Fugen und –Ritzen mit Dichtungsprofilen oder eingefrästen Lippenprofilen verschließen,
  • Heizkörpernischen mit Wärmedämmplatten auskleiden,
  • Heizungs- und Warmwasserrohre besonders gut isolieren,
  • ggf. Rollladenkästen dämmen,
  • ggf. Einfachglasfenster mit transparenter Isolierfolie bekleben,
  • bei älteren Holzfensterrahmen einfachverglaste Vorsatzflügel einbauen,
  • im Winter nachts Roll- oder Fensterläden und Gardinen schließen.

Die Broschüre "Das Energie-Sparschwein"des Umweltbundesamtes gibt auf 80 Seiten ausführliche Informationen zum Wärmeschutz und zur Heizenergieeinsparung für Eigenheimbesitzer und Bauherren.

Ein Vollbad in der Wanne benötigt rund 140 Liter Wasser. Beim Duschen hingegen fließen pro Minute etwa 20 Liter Wasser durch die Leitung; bei einer Durchlaufmengenbegrenzung noch weniger. Besser ist es also, das Duschen dem Baden vorziehen; das reduziert den Wasserverbrauch um etwa 60 bis 80 Liter und spart Energie zum Erwärmen. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt kann über 300 Euro jährlich an Energie- und Wasserkosten sparen, wenn stets das Vollbad durch die Dusche ersetzt wird. Also: Lieber seltener und dafür mit Genuss baden.

In vielen Haushalten gibt es noch elektrisch betriebene (Untertisch-) Warmwasserspeicher, die stetig Wasser erwärmen und, je nach Isolierung, die Wärme kürzer oder länger speichern. Auch wenn nur für wenige Minuten warmes Wasser benötigt wird, halten diese Speicher das Wasser rund um die Uhr warm. Das verursacht hohe Stromverluste. Um Strom zu sparen, empfehlen wir Ihnen: Schalten Sie Zeitschaltuhren oder Taster vor, die das Gerät nur in Betrieb nehmen, wenn es benötigt wird.

Heizstrahler mit Gas- oder Strom-Betrieb, die bei kühlen bis kalten Temperaturen vor allem im Freien eingesetzt werden, sind extreme Energiefresser und Kohlendioxid-Quellen. Darauf sollten Sie verzichten. Meiden Sie auch Restaurants und Cafés, die diese Art der Energieverschwendung praktizieren.

Vermeintlich günstige Klimaanlagen entpuppen sich oft als Stromfresser: Eine Klimaanlage kann Ihre Stromrechnung leicht verdoppeln. Der erhöhte Energiebedarf trägt dann zur weiteren Erwärmung des Klimas bei. Wenn Sie unbedingt eine Klimaanlage benötigen, sollten Sie beim Kauf zumindest ein Gerät der Energieeffizienz-Klasse A wählen. Einfacher, sparsamer und umweltschonender kühlen Sie die Wohnung, indem Sie nachts und morgens gut lüften. Schatten Sie anschließend die Fenster, die von der Sonne beschienen werden, mit lichtdichten Markisen, Vorhängen oder einem Rollladen gut ab. So dringt die Hitze nicht in die Wohnung.



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