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21 Tipps zur Stromsparen

In konventionellen Kraftwerken gehen rund 2/3 der eingesetzten Energie ungenutzt als Abwärme verloren; in den deutschen Großkraftwerken zusammen mehr als der Heizenergieverbrauch aller Privathaushalte. Hinzu kommen Verluste bei Transformation und Transport des Stromes. Deshalb ergibt jede eingesparte Kilowattstunde Strom beim Verbraucher eine Einsparung von rund drei Kilowattstunden Energie im Großkraftwerk – also ein dreifacher Gewinn für die Umwelt. Wo Sie zwischen Gas und Strom für die Wärmegewinnung oder für Kochen und Backen wählen können, empfehlen wir Gas.

Glüh- und Halogenlampen sind wahre Stromfresser und erzeugen aus Strom nur wenig Licht und viel Wärme. Wenn Sie die Stromverschwendung verringern wollen, sollten Sie zu Leuchtstofflampen und Energiesparlampen der Energieeffizienzklasse A greifen. Moderne Energiesparlampen erzeugen kein kaltes oder steriles Licht mehr. Sie können nahezu überall eingesetzt werden. Häufiges Schalten erhöht dabei nicht den Stromverbrauch und ist für Markenfabrikate mit elektronischem Vorschaltgerät und Vorheizsystem kein Problem. Da Energiesparlampen mit bis zu 15´000 Betriebsstunden deutlich länger als Glühlampen halten, sparen Sie unterm Strich nicht nur sehr viel Energie, sondern auch bis zu 100 Euro.

Schalten Sie Lampen bewusst ein. Nur um auf dem Sofa gemütlich ein Buch zu lesen, muss nicht das gesamte Haus in einer Festbeleuchtung erstrahlen. Und auch die Nacht sollte nicht durch Lichterketten, Gartenscheinwerfer und Ähnlichem zum Tag gemacht werden. Denn Natur und Mensch brauchen den Wechsel zwischen Hell und Dunkel für ihren biologischen Rhythmus.

Die Sonne schickt keine Rechnung. Also was spricht dagegen, ihre Kraft zu nutzen? Die Sonne lässt sich nicht nur mit Solaranlagen einfangen, sondern auch durch eine geschickte Einrichtung der Wohnung. Platzieren Sie Ihre Möbel am besten so, dass Sie in der Küche, am Schreibtisch, am Esstisch etc. das Tageslicht nutzen können. Helle Wände, Decken und spezielle, reflektierende Lamellen-Jalousien sorgen für noch mehr Helligkeit.

Wenn der Kauf von Haushaltsgeräten wie Backofen, Kühlschrank, Spül- oder Waschmaschine ansteht, dann sollten Sie darauf achten, dass die Geräte nicht überdimensioniert sind und keine Energie verschwendenden Funktionen haben. Leider ist das EU-Label mit den Klassen A bis G inzwischen völlig überholt und keine Hilfe mehr für Stromsparer. Vergleichen Sie den Verbrauch in Kilowattstunden (kWh), der auf dem Label steht bzw. lesen Sie in der Bedienungsanleitung den Verbrauch für die Programme und Funktionen nach, die Sie voraussichtlich am häufigsten benötigen werden. Nur bei Kühl- und Gefriergeräten ist das Label noch einigermaßen hilfreich: Kaufen Sie A++. Eine Gerätedatenbank finden Sie unter www.energiesparende-geraete.de.

Mit einem Kühlschrank der Energieeffizienzklasse A++, möglichst ohne No-Frost-Funktion und ohne integriertes Gefrierfach, fängt das Stromsparen erst an. Der Stromverbrauch hängt auch vom Nutzer-Verhalten ab. Deshalb sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Kühlschrank an einen kühlen Ort – nicht in die Sonne oder neben Wärmequellen wie z. B. Herd – aufstellen (jedoch angegebene Umgebungstemperatur nicht unterschreiten).
  • Die Rückseite des Kühlschranks sollte möglichst gut umlüftet sein, damit die Wärme abziehen kann.
  • Halten Sie ggf. die Lüftungsschlitze frei.
  • Die optimale Temperatur im Kühlschrank beträgt 7 °C (im obersten Fach möglichst weit vorne messen).
  • Kühlschranktür nur kurz öffnen und beim Füllen alle Kühlgüter griffbereit platzieren.
  • Speisen nur abgedeckt und abgekühlt in den Kühlschrank stellen.
  • Vermeiden Sie Leere im Kühlschrank, damit weniger Luft beim Öffnen entweicht.
  • Reif- und Eisbeläge abtauen, sobald sie dicker als drei Millimeter sind.
  • Tauen Sie gefrorene Lebensmittel im Kühlschrank auf.
  • Reinigen Sie alle ein bis zwei Jahre vorsichtig Kompressor und Wärmetauscher des Kühlschrankes und prüfen Sie die Türdichtungen.

Eine energieeffiziente Spülmaschine benötigt deutlich weniger Energie als das Spülen von Hand. Jedoch sollte die Maschine voll beladen und weitgehend mit dem Energiesparprogramm (meist 50 °C) betrieben werden; andere Programme benötigen oft viel mehr Strom. Lediglich manche Kurz- oder Glasprogramme für schwach verschmutztes Geschirr sind noch sparsamer. Verzichten Sie auf ein Vorspülen per Hand; entfernen Sie grob die Speisereste, bevor sie das Geschirr in die Maschine geben.

Füllen Sie Ihre Waschmaschine immer voll; automatische Mengen- Beladungs- oder ½-programme verbrauchen überproportional viel Energie. Nutzen Sie vor allem Energiesparprogramme und verzichten Sie auf die Vorwäsche. Auf 95°C-Waschgänge können Sie fast immer verzichten. Meist reichen 30 oder 40 °C aus, bei sehr hartnäckiger Verschmutzung empfiehlt sich eine Temperatur von 60 °C. Bedenken Sie: Je höher die Waschtemperatur, desto höher der Stromverbrauch. Sie sparen die Hälfte an Strom, wenn Sie Ihre Wäsche statt bei 60 °C nur bei 40 °C waschen. Schalten Sie auf 30 °C herunter, benötigen Sie nur noch knapp ein Drittel.

Wenn Sie Ihr warmes Wasser besonders klimafreundlich erzeugen, also z. B. mit einer Solaranlage, einer effizienten Holzheizung, einem modernen Brennwert-Kessel oder mit Nahwärme, dann können Sie Waschmaschine und Geschirrspüler direkt an die Warmwasserleitung anschließen. Benutzen Sie ein Vorschaltgerät zur Mischung von Kalt- und Warmwasser. Bei manchen Maschinen ist dieser Anschluss auch direkt möglich.

Brauchen Sie wirklich einen Wäschetrockner? Die klassische Wäscheleine ist immer viel effizienter. Wäschetrockner sind in der Regel Stromfresser. Bei einem durchschnittlichen Trockner wird pro Durchgang viermal soviel Strom verbraucht wie für eine 60°C-Buntwäsche. Das EU-Label der Klasse A erreichen nur Geräte, die über Gas oder eine Wärmepumpe beheizt werden. Für Haushalte ohne Erdgasanschluss empfehlen wir Geräte mit Wärmepumpe oder Kaltluftschranktrockner. Eine mit 1´200 Umdrehungen geschleuderte Wäsche ist übrigens oft halbgetrocknet. Wenn Sie maschinell trocknen: Achten Sie darauf, die Wäsche nicht zu übertrocknen, denn das schadet den Textilien, Ihrer Stromrechnung und dem Klima.

Kochen ist nicht gleich Kochen: Die verfügbaren Techniken sind unterschiedlich effizient. Am klimafreundlichsten kocht es sich mit dem Solarkocher. Als gängige Technik für die moderne Küche folgt der Gasherd, an nächster Position das Induktionskochfeld inkl. spezieller Töpfe, dann das Glaskeramikfeld. An letzter Position in punkto Klimafreundlichkeit und Energieeffizienz liegen die gusseisernen Kochplatten.

Mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl können Sie am Herd einiges an Energie sparen:

  • Topf bzw. Pfanne und Kochplatte bzw. -zone sollen die gleiche Größe haben, damit keine Wärme unnötig verloren geht oder das Kochen viel zu lang dauert.
  • Achten Sie darauf, dass die Böden der Töpfe und Pfannen eben sind.
  • Auf jeden Topf gehört der passende Deckel. Fehlende oder unpassende Deckel verbrauchen die zwei- bis dreifache Menge an Energie.
  • Gemüse und Kartoffeln nicht im Wasserbad ertränken. Es reicht, wenn der Topfboden mit Wasser bedeckt ist, so dass das Gemüse im Dampf gart.
  • Viele Elektroherde haben eine lange Nachheizphase, so dass die Kochplatte auch nach dem Ausschalten noch genügend Wärme liefert. Nutzen Sie diese Energie.
  • Der Einsatz eines Schnellkochtopfs lohnt sich für Speisen, die in einem normalen Topf 20 Minuten und länger gegart werden müssten. Der Schnellkochtopf spart rund 30 Prozent Strom, bis zu 50 Prozent Zeit und schont die Vitamine.
  • Was das Energiesparen angeht, ist der Umluftbetrieb im Backofen der Ober- und Unterhitze meist überlegen. Mit Umluft können Sie bei gleicher Gar-Dauer um 20 °C niedrigere Temperaturen wählen.

Nützliche kleine Helfer: Um Wasser zu erwärmen ist der Elektroherd ungeeignet. Ein elektrischer Wasserkocher mit Deckel oder die Kaffeemaschine (ideal mit integrierter Isolierkanne) erhitzen Wasser für Ihren Tee oder Kaffee weitaus energieeffizienter. Und um wenige Scheiben Brot zu toasten oder ein paar Würstchen zu grillen, sollten Sie besser den Toaster bzw. Kleingrill statt den Backofen benutzen. Der Backofen verbraucht fast dreimal soviel Energie.

Zwei Großkraftwerke laufen in Deutschland für den sinnlosen Stromverbrauch von Elektrogeräten, die Strom fressen, obwohl sie „aus“ sind. Stromfresser können z. B. Videorecorder, DVD-Player, Espressomaschinen, Ladegeräte, Hifi- und EDV-Anlagen sein. Schein-Aus-Zustände, Stand-by-Betrieb, etc. kosten einen Haushalt im Schnitt 85 Euro pro Jahr.

 

Im Stand-by-Betrieb stehen Geräte rund um die Uhr zu Diensten. Viele Geräte verbrauchen dabei unnötig viel Strom. Sie sollten daher nach Gebrauch immer richtig ausgeschaltet werden.

 

Viele Geräte verfügen über keinen echten Ausschalter mehr. Diese Geräte verbrauchen weiter Strom, obwohl sie direkt am Gerät ausgeschaltet wurden; sie sind nur Schein-Aus“. Wenn Sie Ihre Geräte nicht nutzen, trennen Sie sie vollständig vom Netz; ziehen Sie den Stecker oder schalten Sie eine schaltbare Steckdosenleiste dazwischen.

 

Viele Geräte, oft z. B. Lade- und Netzgeräte, haben gar keinen Ausschalter mehr, so dass solange Strom verschwendet wird, bis der Netzstecker gezogen wird. Deshalb: Raus aus der Steckdose.

 

Teilweise tragen Geräte das ENERGY-Label, wenn sie wenig Strom im Stand-by verbrauchen, und das „Stromsparer-Label“ mit grünem Haken, wenn sie einen echten Ausschalter haben. Allerdings werden die Label im Handel meist selten verwendet. Daher sollten Sie sich erkundigen, ob der Ausschalter wirklich ausschaltet und ob der Stand-by-Verbrauch unter 1 Watt liegt (bei Fernsehern unter 0,5 W).

 

Weitere Informationen und Gerätedaten finden Sie unter www.no-e.de und www.energielabel.de

Die Informations- und Kommunikationstechnik produziert inzwischen genauso viele Klimagase wie der weltweite Flugverkehr. Denn jeder Klick kostet Energie: Ein ebay-Angebot 30 Wattstunden. Eine einzige Suchanfrage bei Google acht Wattstunden (entspricht dem Verbrauch einer Energiesparlampe pro Stunde). Dabei setzen die großen Rechenzentren schon auf effiziente Technologien – bei Stromrechnungen in Millionenhöhe ein wirtschaftliches Muss. Gönnen Sie sich und Ihrem Rechner auch mal eine Pause.

Weitere Informationen und Gerätedaten finden Sie unter www.no-e.de und www.energielabel

Größer, schneller, Strom fressender… das scheint die unaufhaltsame Entwicklung in der EDV. Doch es muss nicht immer der High- Performance-Computer sein, nur um einfache Anwendungen zu nutzen. Beachten Sie, dass ein Notebook etwa 50 bis 80 Prozent weniger Energie verbraucht als ein vergleichbarer Desktop-PC mit Röhren-Monitor. Oder dass trotz vergleichbarer Leistungen sich die Stromverbräuche von Rechnern um ein Vielfaches unterscheiden können und Spiele-Grafikkarten immer viel Strom verbrauchen. Eine Orientierungshilfe für Strom sparende Desktop- und mobile PC´s ist der  Energy Star Version 4.0. In der Datenbank der EU sind alle mit dem Energy Star ausgezeichneten Bürogeräte mit ihrem Stromverbrauch aufgeführt.

Flachbildschirme sind zwar in der Anschaffung etwas teurer als Röhrenmonitore, jedoch verbraucht ein handelsüblicher Flachbildschirm (LCD) rund 50 Prozent weniger Energie als ein vergleichbarer Röhren-Monitor. Durch den deutlich geringeren Stromverbrauch rechnet sich die Anschaffung auch für Ihren Geldbeutel – bei rund vier Stunden Nutzung pro Tag schon nach etwa 5 Jahren. Wird der Bildschirm rund acht Stunden pro Tag genutzt, rentiert sich die Anschaffung nach ungefähr zweieinhalb Jahren.

Managen Sie den Stromverbrauch Ihrer Computer-Anlage richtig. Ein Power-Management kann den Verbrauch um bis zu 90 Prozent verringern:

  • Schalten Sie den Computer samt Peripheriegeräte über eine schaltbare Steckerleiste ab, dann gibt es ganz sicher keine heimlichen Stromfresser mehr.
  • Schalten Sie z. B. Lautsprecher, Modem und Drucker erst ein, wenn Sie sie brauchen.
  • Deaktivieren Sie den Bildschirmschoner und aktivieren Sie stattdessen die Funktion „Monitor ausschalten“, z. B. nach 5 Minuten der Nichtnutzung.
  • Gönnen Sie Ihrem Computer auch mal eine Pause und schalten Sie ihn komplett aus. Denn ständig in Betrieb zu sein, macht nicht nur der Hardware und dem Klima Stress, sondern schließlich meist auch dem User.
  • Nutzen Sie alle Energiesparfunktionen; sie sorgen dafür, dass nur diejenige Hardware-Komponente Strom verbraucht, die tatsächlich gerade genutzt oder für den Betrieb benötigt wird. Alle anderen Komponenten schaltet der Rechner automatisch ab – vorausgesetzt sie unterstützen den Energiesparmodus.

Obwohl LCD-Flachbildschirme als Computermonitore weniger Strom verbrauchen als Röhrenmonitore, gilt dies bei Fernsehern nur eingeschränkt. Ein verschwenderischer 32-Zoll-Flachbild-Fernseher verbraucht etwa soviel wie drei durchschnittliche Röhren- Geräte. Besonders viel Strom verbrauchen Plasma-Geräte, je nach Größe und Typ kommen schnell 300 bis 500 Watt zusammen, also 5 bis 8-mal so viel wie bei einem mittelgroßen Röhren-Fernseher. Achten Sie beim Kauf auf den Stromverbrauch, einen echten Ausschalter und eine Stand-by-Leistung von unter 0,5 Watt.

Gehen Sie auf die Jagd nach Stromräubern. Mit einem Energiemonitor können Sie Ihre 230-Volt-Geräte durchmessen, um festzustellen, ob sie Stromräuber sind: Z. B. weil sie zuviel Strom im Betrieb, im Aus-Zustand oder im Leerlauf verschwenden. Energiemonitore verleihen zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen, u. a. die BUND-Geschäftsstellen Baden-Württembergs. Eine Liste der Verleihstellen gibt es im Internet bei no-e.de

Batterien und Akkus haben schlechte Energiebilanzen: Für die Herstellung normaler Batterien wird ca. 40 bis 500-mal mehr Energie verbraucht als diese später zur Verfügung stellen. Deshalb kostet eine Kilowattstunde Strom aus Batterien auch bis zu 400 Euro. Darum sollten Sie sich vor dem Kauf eines batteriebetriebenen Gerätes überlegen, ob es nicht eine umweltfreundliche Variante gibt: Z. B. Solaruhr statt Knopfzelle, Spielzeugauto mit Federzugmechanik statt mit Elektromotor, Bohrmaschine mit Netz- statt mit Akkubetrieb und Geburtstagskarte ohne Musik statt mit integriertem Musikchip.



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