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11 Tipps um das Konsumverhalten energiesparender zu gestalten

Neben der direkt verbrauchten Energie wird im Haushalt auch indirekt Energie verbraucht, die so genannte „graue Energie“. Sie wird für Dienstleistungen oder die Herstellung, Verpackung, Lagerung und den Transport von Nahrungsmittel und Konsumgüter verbraucht. Im Schnitt stecken in einem Gefrierschrank 1 500 kWh, in einem Kilo Verpackungsmaterial rund 1 kWh, in einem Notebook rund 1 000 kWh und in einem T-Shirt etwa 20 kWh „graue Energie“. Deshalb sollten Sie bewusst nach dem Motto „gut leben – statt viel haben“ konsumieren.

Das Verhältnis zwischen direktem und „grauem“ Energieverbrauch ist sehr unterschiedlich. Die Gesamtbilanz aus Herstellung und Nutzung hängt oft stark von der Nutzungshäufigkeit ab. Bei selten genutzten Geräten überwiegt meist der indirekte Energieaufwand, z. B. bei Heimwerker- und Gartengeräten. Deshalb empfehlen wir selten benötigte Geräte auszuleihen oder in Hobby-Werkstätten zu arbeiten.

Qualitativ unterscheiden sich Recycling- und Frischfaserpapier kaum. Aber wer auf Altpapier schreibt und druckt, hilft auch Energie zu sparen. 500 DINA4-Blätter Recyclingpapier sparen im Vergleich zur Frischfaservariante soviel Energie ein wie eine 11-W-Energiesparlampe für 17 Tage Dauerbetrieb benötigt. Eine gute Orientierungshilfe für den umweltbewussten Einkauf von Hygiene- und Schreibpapier bietet der “Blaue Engel ... weil aus 100% Altpapier”. Am klimafreundlichsten ist jedoch immer noch das eingesparte Papier!

Es muss nicht immer der Neukauf sein. Rüsten Sie z. B. ihren alten PC auf oder steigen Sie auf Strom sparende (Notebook-)Komponenten um. Reparieren Sie defekte Gebrauchsgegenstände und laufen Sie nicht jedem Modetrend hinterher. Achten Sie schon beim Neukauf darauf, dass die Produkte langlebig, aufrüstbar und reparaturfreundlich sind.

Der Einkauf von Mineralwasser in Einweg-PET-Flaschen (mit Pfand) aus dem Discounter belastet unterm Strich unser Klima mit rund doppelt soviel Kohlendioxid wie der Kauf von regionalem Mineralwasser in der Glas-Mehrwegflasche. Glas-Mehrweg- Flaschen können rund 50 Mal wiederbefüllt werden und ein regionaler Bezug reduziert die Fahrtstrecken. Achten Sie deshalb beim Griff ins Getränkeregal auf Mehrwegflaschen (mit dem blauen Engel).

Den Ausbau der erneuerbaren Energien können Sie auch direkt unterstützen. Z. B. ist die private Fotovoltaikanlage durch die gesetzlichen Förderrichtlinien vor allem in sonnenreichen Gegenden wirtschaftlich attraktiv. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) legt eine Abnahmegarantie und eine Mindestvergütung fest. Außerdem gibt es für erneuerbare Energien oft günstige Bank-Darlehen. Wenn Sie kein eigenes Dach haben, können Sie sich an Fonds für erneuerbare Energien beteiligen.

Kraftwerke gibt es weder finanziell noch energetisch zum Nulltarif. Für die Errichtung, den Betrieb, ggf. die Brennstoffbeschaffung (und die Restebeseitigung wie Asche oder Atommüll), etc. und für den späteren Abriss des Kraftwerkes ist Energie notwendig – die „graue Energie“. Daraus ergeben sich Kohlendioxid-Emissionen. Laut Ökoinstitut resultieren aus einer Kilowattstunde Strom aus einem Atomkraftwerk bis zu 61 Gramm CO2, aus einem Windpark rund 23 Gramm, aus einem Wasserkraftwerk rund 39 Gramm, aus einem Braunkohlekraftwerk über 1´100 Gramm und aus einem Steinkohlekraftwerk fast 900 Gramm CO2. Erdgas-betriebene Blockheizkraftwerke (BHKW) liegen bei 5 Gramm pro Kilowattstunde. Am besten schneiden Biogas-BHKWs mit minus 414 Gramm CO2 ab, da sie auch fossile Wärmeerzeugung ersetzen.

Machen Sie den Ausstieg aus der Atom- und Kohlekraft doch ganz privat und wechseln Sie zu Ökostrom... Wir empfehlen den BUND-Regionalstrom. Teilweise ist dieser zwar etwas teurer als „Egalstrom“, doch nicht ohne Grund: Ökostrom ist einfach wertvoller, da er weniger Kosten z. B. für Schäden durch den Klimawandel und für die Atommüllbeseitigung verursacht. Achten Sie bei Ihrem Ökostromtarif darauf, dass Ihr Versorger in den Ausbau der erneuerbaren Energien investiert und damit Ihren Beitrag zum Klimaschutz indirekt erhöht.

 

 

Die Landwirtschaft verursacht 15 Prozent des deutschen Kohlendioxid-Ausstoßes. Dabei ist der Ökolandbau klimafreundlicher, denn er benötigt nicht einmal halb so viel Energie wie der konventionelle Anbau und bindet durch die nachhaltige Wirtschaftsweise stärker CO2 im humusreichen Boden. Gut für die Klimabilanz sind z. B. der Verzicht auf energieaufwendig hergestellten Kunstdünger und der geringe Zukauf weit transportierter Futtermittel. Unsere Empfehlung: Regional, saisonal und ökologisch!

Die Viehhaltung erzeugt 18 Prozent aller Treibhausgase; mehr als der gesamte Verkehrssektor. Die Produktion z. B. von Rindfleisch ist extrem aufwendig, das Futter wird oft importiert und Kühe setzen die Klimagase Methan und Ammoniak frei. Wenn wir den Pro- Kopf-Fleischkonsum von 60 kg/Jahr reduzieren würden, wäre das gut für unser Klima (und für unsere Gesundheit). Zum saftigen Bio-Steak aus der Region wünschen wir dennoch: Guten Appetit!

Regionales Obst frisch und knackig vom Markt ist „in“ und gut fürs Klima. Ein Kilo Bodenseeäpfel z. B. erzeugt beim Transport nach Stuttgart ca. 76 Gramm Kohlendioxid. Dagegen sind die CO2-Emissionen für italienische Äpfel dreimal höher. Oder: Der Transport von einem Kilogramm Erdbeeren aus Südafrika nach Stuttgart verursacht rund 12 Kilogramm CO2, während Erdbeeren aus der Region nur ca. 0,06 kg CO2 verursachen. Deshalb: Kaufen Sie regional, saisonal und ökologisch.



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