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Elektroheizung: Teuer und umweltfeindlich

Heizkostenfalle. Bild: pixelio.de

Rund 14 Prozent des Stromverbrauchs aller Haushalte in Deutschland geht auf das Konto von Stromdirektheizungen, sogenannten Elektroheizungen. Damit sind diese die größten Stromfresser im Haushaltssektor. Der benötigte Strom wird zumeist in Atom- und Kohlekraftwerken erzeugt, wobei etwa zwei Drittel der eingesetzten Primärenergie verlorengehen: Atomkraft mit 30 Prozent und Kohlekraft mit 45 Prozent haben einen niedrigen Wirkungsgrad. Zudem belasten diese Arten der Stromerzeugung die Umwelt und das Klima enorm: Abgase, Atommüll, Abwärme, ect.

Im Schnitt werden durch Elektroheizungen 30 Millionen Tonnen CO2 in die Luft geblasen – das sind mehr als drei Prozent der gesamten deutschen CO2-Emission. Im Vergleich verursacht sie doppelt so viel CO2 wie eine Ölheizung, drei Mal mehr als ein Gas-Brennwertkessel und sogar 10 Mal mehr Treibhausgase als eine moderne Holzpelletheizung mit angeschlossener Solaranlage. Die scheinbar verlust- und schadstofffreie Elektroheizung in der eigenen Wohnung führt also zu ganz erheblichen Umweltbelastungen im Kraftwerk. Generell gilt aus Sicht des BUND, dass der Einsatz von elektrischer Energie zum Heizen zu schade ist, da Gas- und sogar Ölheizungen effizienter sind. Strom sollte also nur dort eingesetzt werden wo er wirklich gebraucht wird.

Zudem werden Elektroheizungen immer teurer, denn die Heizstrompreise sind mittlerweise drastisch angestiegen und steigen weiterhin kräftig. 2004 hat Nachtstrom noch rund 5,5 Cent je Kilowattstunde gekostet, 2008 lag der Preis schon zwischen 8,5 und 10 Cent. Eine Kilowattstunde Gas kostet im Vergleich rund 6 Cent und auf Basis von Holzpellets etwa 4,5 Cent. So ist die elektrische Direktheizung mit Abstand die teuerste aller Heizungsarten.

Das Bundeskartellamt hat Missbrauchsverfahren gegen Versorger von Heizstrom eingeleitet. Die Behörde untersucht die Strompreise zum Betrieb von Nachtspeicherheizungen und elektrischen Wärmepumpen. In diesem Markt gebe es so gut wie keine alternativen Anbieter und damit keine Wechsel- und Ausweichmöglichkeiten für die Verbraucher. Kein Wunder also, dass die Kraftwerkbetreiber ENBW, e.on, Vattenfall und RWE immer noch für Elektroheizungen werben. So wird gezielt Energie verschwendet und „Bedarf“ für neue umweltschädliche Atom- und Kohlekraftwerke geschaffen.

Eine moderne, umweltverträgliche Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien und hoch effizienten Nah- und Fernwärmesystemen, könnte im Vergleich zur Elektroheizung bis zu 80 % der Primärenergie sparen und die Emission von klimaschädlichen CO2 um bis zu 80 % reduzieren.
Der BUND empfiehlt deshalb Haus- und Wohnungseigentümer, keine gesetzlichen Bestimmungen abzuwarten, sondern selbst aktiv zu werden und die Heizungsart zu wechseln – zur Reduzierung der Energiekosten und zur Schonung der Umwelt.

Sonderfall Wärmepumpe

Der Einsatz von elektrisch betriebenen Wärmepumpen wird vom BUND kritisch  betrachtet. Nur wenn die Anlage deutlich mehr Energie aus Luft, Wasser oder Erdreich gewinnt, als für die Produktion des Strombedarfs eingesetzt wird ist eine Wärmepumpe vertretbar. Akzeptabel sind Wärmepumpensysteme ab einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4, möglichst sollte die JAZ 5 oder mehr erreicht werden. Weitere Infos zur Wärmepumpe finden sie im Faltblatt: Elektrische Wärmepumpen. Auch der BUND Bundesverband hat die Fakten im Kurzpapier: Die elektrische Wärmepumpe - eine verkappte Kohleheizung" gut aufbereitet.

Mehr Infos zum Thema Elektroheizung finden Sie in der Studie Energieeffizienzpotential durch Ersatz von elektrischem Strom im Raumwärmebereich und auf den Seiten des BUND südlicher Oberrhein.

 



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