Apollofalter, Feldhamster und Schachblume: Das sind nur drei der Arten, die in Baden-Württemberg vom Aussterben bedroht sind. Mittlerweile ist hier jede dritte Tier- und Pflanzenart ist in ihrem Bestand gefährdet - bei den Säugetieren sind es sogar zwei Drittel. Auch zwei Drittel der Lebensräume, Biotoptypen wie Alleen, Bruchwälder, Streu- und Nasswiesen, sind in Gefahr. Dabei hatten sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union 2001 verpflichtet, den Verlust der biologischen Vielfalt bis zum Jahr 2010 zu stoppen. Dieses Ziel haben Deutschland und Baden-Württemberg jedoch weit verfehlt, wie auch Bundes- und Landesregierung zugegeben haben.
Einer der wichtigsten Gründe für den Artenverlust liegt darin, dass viele der Lebensräume von Straßen und Siedlungen zerschnitten sind oder land- und forstwirtschaftlich intensiv genutzt werden. Doch wertvolle Biotope verlieren nicht nur an Fläche, sie werden oft in voneinander getrennte Biotop-Inseln geteilt. Oft sind diese Inseln für das Überleben einer Population viel zu klein. Die einzelnen Tiere können weder wandern noch sich ausbreiten, das erschwert den Austausch der Gene zwischen verschiedenen Teilpopulationen. Die Folge: Die genetische Verarmung gefährdet das Überleben der Arten weiter. Viele Tiere sind zudem auf die enge Verzahnung verschiedener Lebensräume angewiesen, die durch die Verinselung nun nicht mehr zur Verfügung steht. Studien belegen, dass durch die Ausweisung einzelner, getrennter Schutzgebiete - wie Nationalparks - nur zirka 30 bis 40 Prozent der schützenswerten, seltenen Arten erhalten werden können.