Biotopverbund Offenland

Dieses Bild zeigt eine Grüninsel inmitten einer monotonen Ackerfläche. Fotoautor: Klaus Leidorf
Grüninsel - allein auf weiter Flur. Fotoautor: Klaus Leidorf

Worum geht es?
Geeignete Lebensräume für wild lebende Pflanzen und Tiere schrumpfen seit Jahrzehnten. Durch den Straßen- und Siedlungsbau verliert Baden-Württemberg täglich natürliche und naturnahe Flächen in der Größe von siebeneinhalb Fußballfeldern. Die verbleibenden naturnahen Landschaftsbestandteile wie artenreiche Wiesen, Ackerbrachen, Feldraine und Hochstaudenfluren werden weniger und verinseln immer weiter. Früher häufige Arten wie Laubfrosch, Heidelerche und Schwalbenschwanz verschwinden aus unseren Landschaften – und mit ihnen das praktische Wissen über diese Arten und ein Stück Lebensqualität: Natur im nahen Wohnumfeld zu erleben.

Für den dauerhaften Erhalt von Tier- und Pflanzenarten ist die Verbindung ihrer Lebensräume wichtig! Denn Tiere und Pflanzen brauchen die Möglichkeit, sich bei Populationswachstum auszubreiten, ungünstigen Veränderungen auszuweichen und sich für ihre Bestandserhaltung fortzupflanzen. Deshalb schreibt die Naturgesetzgebung den lokalen, landes- und bundesweiten Biotopverbund vor: Damit aus Lebensraum-Inseln Überlebensnetze werden.

Welche rechtlichen und planerischen Grundlagen gibt es in Baden-Württemberg?
Bereits in den 1980er Jahren wurde erkannt, dass der Schutz wertvoller Einzelbiotope nicht ausreicht, um die Artenvielfalt zu erhalten. Biotopvernetzungskonzepte wurden vielerorts entwickelt. Leider wurden diese oftmals nicht nachhaltig umgesetzt. Auch fehlte eine übergeordnete Planung, um verschiedenartige Lebensräume über Gemeinde- und Kreisgrenzen hinaus zu verbinden. Übrigens wird der Begriff "Biotopvernetzung" eher in einem lokalen und regionalen Kontext verwendet. Biotopvernetzungsmaßnahmen fördern somit den Biotopverbund auf kleinräumiger Ebene (vgl. §21 Abs.6 BNatSchG).

Die Bundesländer und damit auch Baden-Württemberg sind seit 2002 rechtlich verpflichtet, den Biotopverbund auf zehn Prozent der Landesfläche zu verwirklichen. Auch die Naturschutzstrategie Baden-Württemberg gibt die Erarbeitung eines Landesweiten Biotopverbunds vor. Die Planungsgrundlagen lieferte das Land mit

Jetzt geht es darum, diese zu nutzen und auf kommunaler Ebene für die Umsetzung des Biotopverbunds einzutreten – unter Anderem mit dem BUND-Projekt!

Offenland
... meint Landschaftsbereiche, die weder von Menschen besiedelt noch von Wald bestanden sind. Dazu gehören Acker- und Grünland, Raine und Brachen, Heiden und Moore ebenso wie Streuobstwiesen oder lichte Trockenwälder, Uferzonen von Stillgewässern und vieles mehr.