Hutelandschaft

Bild: Günter Künkele © Silberburg-Verlag
Bild: Günter Künkele © Silberburg-Verlag

Auf dem Truppenübungsplatz, vor allem im alten Münsinger Hardt, stechen eindrucksvolle Baumlandschaften ins Auge. Majestätische, oft jahrhundertealte Einzelbäume aber auch Baumgruppen verleihen der Landschaft einen parkähnlichen Charakter. Wir stellen Ihnen hier einige charakteristische Pflanzen und Tiere vor.

Hutebuchen

Bild: Günter Künkele aus "Naturerbe Truppenübungsplatz"
Bild: Günter Künkele © Silberburg-Verlag

Was wäre die Alb ohne ihre prächtigen Wetter- oder Weidebuchen?. Sie trotzen allen Widrigkeiten und verkörpern typische Eigenschaften der „Älbler“: Urwüchsigkeit, Durchsetzungsfähigkeit, Zähigkeit, Wetterhärte, Beständigkeit, Würde. Bis zu 250 Jahre sind die bizarren Weidebäume alt.  Mit imposanten Stammumfängen und Kronendurchmessern gehören sie zu den auffälligsten Erscheinungen der Hardtlandschaft..

Typische Wuchsformen von Weidebuchen sind das Ergebnis des Fressverhaltens von Großvieh über lange Zeiträume hinweg. Regelmäßigem Verbiss waren Jungbuchen ausgesetzt, als Hirten ihr Vieh noch in die Wälder trieben. Für die besonderen Formen waren vor allem Kühe verantwortlich. Diese gingen relativ schonend mit dem Jungwuchs um, weil sie im Oberkiefer keine Schneidwerkzeuge haben. Sie rupfen, reißen oder quetschen Blattwerk ab, indem sie es mit der Zunge in das Maul drehen und gegen die Kaudecke des Oberkiefers drücken. Da die Tiere von allen Seiten dem Buchenbusch zusetzen muss er sich notgedrungen eine Überlebensstrategie einfallen lassen. Er verzweigt sich stark, wird immer breiter und kugeliger. Erst wenn dieser Struwwelpeter nach einige Jahrzehnten an Umfang zugenommen hat, reicht der Hals der Weidetiere nicht mehr zu allen in die Höhe treibenden, schlanken Spitzen. Diese wagen den Vorstoß gemeinsam, schicken mehrere Triebe in die Schlacht, in der Hoffnung, dass es wenigstens einem gelingt, aus der Mitte des Verbisskegels auszubrechen. Während der obere Teil des Weidebusches allmählich dem Verbiss entrinnt, wird er unten weiterhin von allen Seiten her getrimmt. Einbuchtungen, so genannte Fraßkehlen, entstehen. Buchenstämmchen mit einem Durchmesser von etwa fünf Zentimetern können 50 Jahresringe aufweisen, haben Forscher herausgefunden.

Text in Auszügen entnommen aus dem Buch "Naturerbe Truppenübungsplatz". Autor ist Günter Künkele, BUND-Mitglied und Träger der Gerhard-Thielcke-Medaille , der diese Gegend der Alb wie kaum ein zweiter kennt.

Der Halsbandschnäpper

© Dietmar Nill / linnea images - all rights reserved

Der Halsbandschnäpper (Fidecula albitorquata): Innerhalb Deutschlands eine
süddeutsche Besonderheit. Er liebt ältere Laubwälder mit Lichtungen und Unterwuchs; auch für extensiv bewirtschaftete Streuobstgebiete ist er charakteristisch. Als spät heimkehrender Zugvogel unter den Höhlenbrütern muß der Halsbandschnäpper mit den Bruthöhlen vorlieb nehmen, die nicht schon von Meisen und Kleibern belegt sind.

 

Alpenbock

Alpenbock; © Dietmar Nill / linnea images - all rights reserved

Einer unserer attraktivsten Bockkäfer ist der Alpenbock (Rosalia alpina), er bewohnt
Buchenwälder der Kalkgebirge - auch außerhalb der Alpen. Aufgrund der bedeutenden Vorkommen auf der Schwäbischen Alb trägt Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung für seine Erhaltung. Die Larven entwickeln sich hier fast ausschließlich im toten Holz exponierter Stümpfe und stehender, z. T. auch liegender, Stämme der Rotbuche.

 

Bild: Ralf Schiller, BUND-Archiv

Spanische Flagge

Die Spanische Flagge (Callimorpha (Euplagia) quadripunctaria) gehört zu den wenigen Bärenspinnern bei denen die Mundwerkzeuge ausgebildet sind und die auf blühenden Pflanzen Nektar suchen. Die Art bevorzugt strukturreiche Habitate mit kleinräumigem Wechsel von Gebüschen, Staudenfluren, Säumen und Magerstandorten. An seltener werdende Lebensraumtypen gebunden, ist die Spanische Flagge eine Schmetterlingsart von europaweiter Bedeutung.

Die spanische Flagge hat schwarzblaue Vorderflügel mit weißen oder gelblichen Streifen. Diese bilden an den Flügelspitzen ein markantes "V". Die orangen Hinterflügel haben drei bis vier schwarze Flecken.

Frauenschuh

Frauenschuh; Bild: www.Pixelio.de

Die großblütige Orchidee Frauenschuh (Cypripedium calceolus) ist sicherlich die bekannteste Pflanze, die in den Anhang II der sog. „Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie“ aufgenommen wurde: Für deren Erhaltung müssen besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden. Der Frauenschuh bevorzugt Kalkböden in lichten bis mäßig schattigen Wäldern, meidet heiße und lufttrockene Stellen ebenso wie zu nasse Standorte. Die Blüten werden durch die Weibchen verschiedener Sandbienen bestäubt.

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