Sie befinden sich hier:

Truppenübungsplatz ist gefährdet

Bild: Barbara Lupp

Mittlerweile ist das einmalige Natura-2000-Gebiet des Truppenübungsplatzes Münsingen gefährdet.

Vor diesem Hintergrund hat der BUND sechs Forderungen zu folgenden Bereichen aufgestellt:

  1. Natur- und Artenschutz
  2. Beweidung
  3. Sonstige Nutzungen
  4. Besucherlenkung
  5. Forschung
  6. Stellung des Truppenübungsplatzes im Biosphärengebiet

1. Natur- und Artenschutz

Das Land muss baldmöglichst einen Managementplan für den Platz erstellen und die Maßnahmen zum Natur- und Artenschutz rasch mit ausreichendem Personal und genügend Finanzmitteln umsetzen. Der BUND wird das Land dabei gerne fachlich beraten. Ehrenamtliche werden das Gebiet auch weiter betreuen, können jedoch eine systematische, kontinuierliche Betreuung nicht ersetzen. Vor allem akut bedrohte Feuchtgebiete und Tümpel sowie seltene Mähwiesen, Enzian-Schillergras- und Borstgrasrasen müssen dauerhaft durch Pflegemaßnahmen gesichert werden. Wenn Arten wie z. B. der Gebirgsgrashüpfer europaweit unter Druck sind, müssen sie vor allem in Münsingen geschützt werden.

Zurück

2. Beweidung

Der BUND plädiert dafür, die bisherige traditionelle Hütehaltung mit Schafen beizubehalten. Wir befürchten, dass die Anzahl der Schafe je Flächeneinheit die ökologischen Grenzen überschreitet und lehnen deshalb eine Zufütterung vehement ab. Eine Koppelhaltung der Schafe sollte sich auch künftig auf die ausgewiesenen Pferchäcker beschränken.

An einzelnen, für Großherden ungünstigen Stellen lässt sich eine Verbuschung feststellen. Um zu verhindern, dass ökologisch wertvolle Waldeinbuchtungen und Nischen verloren gehen, sollten kleinere Flächen durch Beweidung und bei Bedarf mechanisch gepflegt werden.

Eine Düngung von Wiesen und Weideflächen, wie bereits mehrfach zu beobachten war, darf nicht mehr erfolgen, zumal es nach wie vor hohe Stickstoffeinträge aus der Luft gibt und zahlreiche Flächen im Platz der Wasserschutzzone II entsprechen.

Zurück

3. Sonstige Nutzungen

Bild: Barbara Lupp

Installationen, Aufführungen, Sportangebote oder kommerzielle Veranstaltungen dürfen zwar innerhalb der Entwicklungszone des Biosphärengebietes, aber nur außerhalb des Herzstücks „ehemaliger Truppenübungsplatz“ angeboten werden. Aus der wertvollen Landschaft  darf keine Spielwiese werden, fordert der BUND.

Zurück

4. Besucherlenkung

Der BUND freut sich, dass die Bevölkerung die Öffnung des ehemaligen Truppenübungsplatzes und die Einrichtung des Biosphärengebietes positiv aufnimmt. Damit steigt die Chance, dass das Gebiet zu einem Wirtschaftsfaktor wird. Der Besucheranstieg hat aber auch zunehmenden Autoverkehr und einen steigenden Besucherdruck im Platz zur Folge.

Hier ist das Land gefordert. Es muss rasch für eine deutlich bessere Anbindung des Truppenübungsplatzes an den öffentlichen Nahverkehr zu sorgen, etwa mit Shuttle-Bussen, die an den Wochenenden von den Bahnhöfen Münsingen und Bad Urach zu den Pforten des Platzes eingesetzt werden.

Mit Blick auf die hohe Bedeutung des Platzes für den Artenschutz dürfen auf keinen Fall weitere Wege geöffnet werden. Eine ausreichende Anzahl von Rangern muss die Besucher betreuen. Der BUND fordert das Land auf, sich an der Finanzierung der Betreuung zu beteiligen.

Zurück

5. Forschung

Nach Kenntnis des BUND gibt es derzeit bereits einige Forschungsvorhaben im Bereich des ehemaligen Truppenübungsplatzes und des Biosphärengebietes Schwäbische Alb. Das Land sollte die Bevölkerung, aber auch die Umwelt- und Naturschutzverbände hierüber besser informieren. Die naturschutzfachlichen Erkenntnisse aus Erhebungen und wissenschaftlichen Untersuchungen müssen veröffentlicht und bei politischen Entscheidungen auf allen Ebenen berücksichtigt werden.

Zurück

6. Stellung des Truppenübungsplatzes im Biosphärengebiet

Der ehemalige Truppenübungsplatz ist die Keimzelle des Biosphärengebietes Schwäbische Alb. Das gesamte Gebiet möchte im weltweiten Netzwerk der Biosphärenreservate Premiummitglied sein. Managementpläne, Besucherlenkung und weitere der BUND-Forderungen lassen sich in den meisten Fällen auch auf die Kern- und Pflegezonen des Biosphärengebietes übertragen.

In der Verwaltung des Biosphärengebietes müssen Fachleute für alle relevanten Arbeitsfelder zur Verfügung stehen, vor allem für Arten- und Biotopschutz. Darüber hinaus muss die Verwaltung des Biosphärengebietes analog der Regelung in der Rhön mit den gleichen Rechten wie andere Träger öffentlicher Belange ausgestattet werden.

Zurück

Bild: Barbara Lupp


Foto: eyewire, Fotalia.com
Foto: Swetlana Wall, Foalia.com

Ihre Ansprechpartnerin:

Barbara Lupp
Fon 07071 94388-5
bund.neckar-alb@bund.net

Ihr Ansprechpartner:

Ralf Stolz
Fon 0731 66695
bund.ulm@bund.net

Naturerbe Truppenübungsplatz

Die Fotos unseres BUND-Mitglieds Günter Künkele sind aus diesem Buch des Silberburg-Verlags entnommen.

Suche

Metanavigation: