Das Biosphärengebiet - Chance für eine naturverträgliche Regionalentwicklung

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Nur 50 Kilometer südöstlich von Stuttgart gelegen bietet sich den Besuchern auf über 85 000 Hektar ein Querschnitt durch die charakteristischen Alblandschaften: Es umfasst die Streuobstwiesen des Albvorlands, den steil ansteigenden Albtrauf mit tief eingeschnittenen Seitentälern und schließlich die Richtung Donau sanft abfallende Albhochfläche. Das Biosphärengebiet berührt den Kreis Reutlingen (66 Prozent), den Alb-Donau-Kreis (18 Prozent) und den Kreis Esslingen (16 Prozent) mit Flächen von insgesamt 29 Gemeinden zuzüglich dem Gutsbezirk Münsingen (gemeindefreies Gebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes).

 

Herzstück des Gebietes ist der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen: Während des gut 100 Jahre militärischen Übungsbetriebes blieb hinterm Stacheldraht eine einzigartige Kulturlandschaft mit einer hohen Artenvielfalt erhalten - zum Teil trotz, zum Teil gerade aufgrund der militärischen Nutzung. Die extensive Beweidung mit Schafen, aber auch die Befahrung mit Panzern und die durchgeführten Schießübungen bewahrten das besondere Gepräge der Landschaft. Das Gelände hat auch eine früh- und militärgeschichtliche Bedeutung, der Landesdenkmalrat betrachtet den ganzen Platz als Denkmal. Noch heute ist der Platz weitläufig eingezäunt und nur über bestimnte Zugänge und Wege betretbar. Die ehemalige Panzerringstraße wird fast täglich von den Firmen Daimler und Liebherr zu LKW-Testfahrten genutzt - eine Nutzung, die man nicht unbedingt im Herzstück eines Biosphährengebiets erwarten würde. Wie auf allen ehemaligen Truppenübungsplätzen besteht die Herausforderung für das Management darin, einerseits die Freizeitnutzung auf ein naturverträgliches Maß zu begrenzen und andererseits die Besonderheit der Standorte, die durch die militärische Nutzung mit häufigen Bodenstörungen durch Panzer und Brände entstanden ist, zu erhalten.

 

Das Biosphärengebiet soll eine nachhaltige und naturverträgliche Entwicklung der Region ermöglichen, vom Tourismus bis zur Energieversorgung. Mit Sorge beobachtet der BUND, dass der Naturschutz oft zu kurz kommt. Insbesondere die Art und Weise, wie die Kernzone, also die Zone, in der sich Natur frei entwickeln dürfen soll, festgelegt wurde, führt immer wieder zu Konflikten: Die einzelnen Kernzonenbestandteile sind viel zu klein, sie leiden unter Randlinieneffekten, Ansprüchen an Jagd, Holz- und Wegenutzung und selbst für den Artenschutz müssen Eingriffe dort stattfinden. Mit einer großzügigeren und angepassteren Festlegung hätte man viele Konflikte vermeiden können.

 

Vor diesem Hintergrund hat der BUND sechs Forderungen aufgestellt.

 

Was ist überhaupt ein Biosphärengebiet, was ist  "typisch Alb" und welche Rolle spielt der BUND im Biosphärengebiet?

 

Ansprechpartner, Links und weitere Hinweise finden Sie unter Service.

 

Bild: Günter Künkele, © Silberburgverlag
Ehemaliger Truppenübungsplatz Münsingen