Sie befinden sich hier:

Castor-Transport am 24. November 2011 - Aktion Südblockade

Castor-Transport im Basler Bahnhof. Bild: pppspics/flickr.com
Castor-Transport im Basler Bahnhof. Bild: pppspics/flickr.com

Es sind drei mögliche Stellen für den Grenzübertritt des angeblich letzten Castor-Transports vorgesehen: Berg in der Südpfalz (bei Karlsruhe), Kehl in Baden sowie Saarbrücken. Welcher Grenzübergang es wird, steht noch nicht fest und ist abhängig von Demonstrationen und vielem mehr. Die Fortsetzung der Route durch Deutschland ist auch noch geheim, aber wohin der Zug fährt, wissen wir – nach Gorleben.

Gorleben ist zwar nicht als Endlager geeignet, dennoch genehmigt die Bundesregierung jedes Jahr die Lagerung von immer mehr gefährlichen Castoren an der Oberfläche, in einer gewöhnlichen Lagerhalle. Dabei ist es unerlässlich, dass die Suche nach einem Endlager für den deutschen Atommüll ergebnisoffen diskutiert wird. Jeder zusätzliche Castor-Transport schafft Fakten am ungeeigneten Standort Gorleben.

Der BUND unterstützt die Aktion Südblockade, die im Südwesten ein starkes Signal gegen unsinnige Atommülltransporte und für eine sachliche Endlagerdebatte in Deutschland und Europa setzen will.

Am 24. November, anlässlich des Castor-Transports ruft die Südblockade zu einer Kundgebung mit anschließender Demonstration in Berg/Pfalz auf. Beginn ist um 9.00 Uhr am dortigen Kriegerdenkmal in der Ludwigstraße. Laut den Veranstalterinnen und Veranstaltern wird es neben Infoständen und Redebeiträgen auch Live-Musik zum Warmfeiern geben.

Weitere Infos: Homepage der Südblockade

Wohin mit Deutschlands Atommüll?

Erkundungsbergwerk Gorleben - Bild: Christian Fischer, Wikipedia

"Rund 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind der Meinung, dass dieses Land ein nukleares Endlager dringend benötigt", heißt es im Energieforschungskonzept (2009) der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften: "Aber nur zwölf Prozent sind bereit, ein solches Lager in ihrer Nähe zu tolerieren."

Nach Meinung des BUND muss es darum gehen, aufgrund vorher festgelegter wissenschaftlicher Kriterien und mit öffentlicher Beteiligung das vergleichsweise beste Atommüllendlager in Deutschland zu suchen. Ein Endlager, das den Weiterbetrieb der AKW ermöglicht und so die Atommüllberge weiter wachsen lässt, ist inakzeptabel. Die Genehmigung eines Endlager-Standortes darf erst dann erfolgen, wenn der Atomausstieg vollzogen ist. Endlagersuche bisher erfolglos. Sowohl das DDR-Atommülllager bei Morsleben in Sachsen-Anhalt als auch das niedersächsische Versuchsendlager in Asse bei Wolfenbüttel erwiesen sich bereits als zu gefährlich und deshalb als ungeeignet. Bei der früheren Eisenerzgrube Schacht Konrad ist die Langzeitsicherheit nicht gewährleistet. Da der Standort ohne vorher festgelegte wissenschaftliche Kriterien und ohne vergleichende Verfahren ausgewählt wurde, fordert der BUND, dass Schacht Konrad keinesfalls als Endlager akzeptiert wird.

Vor allem die Betreiber der Atomkraftwerke, aber auch viele Politiker setzen darauf, dass die Endlagersuche für hochradioaktive Abfälle schließlich auf Gorleben hinausläuft. Dies hat wirtschaftliche und praktische Motive: Zum einen wurden hier schon erhebliche Summen investiert. Zum anderen befindet sich bereits ein Großteil des hochradioaktiven Mülls aus deutschen AKW an diesem Standort. Zahlreiche Dokumente beweisen, dass der Standort nur aus politischen Gründen gewählt wurde. Geologische Gutachten belegen jedoch, dass sich Gorleben aus Sicherheitsgründen nicht als Endlager für hochradioaktiven Müll eignet.

BUND Handlungsprogramm für die Endlagersuche

Schachtanlage Asse - Bild: Benedikt Seidl, Wikipedia

Bei der Endlagersuche geht es allein darum, den vergleichsweise am wenigsten gefährlichen Ort zu finden. Denn niemand kann garantieren, dass der gefundene Standort Menschen und Umwelt für einen Zeitraum von einer Million Jahre vor dem strahlenden Müll schützt. Deshalb führt kein Weg am schnellen Ausstieg aus der Atomkraft vorbei. Nur so lassen sich die zusätzlich entstehenden Atommüllmengen begrenzen, die wir nachfolgenden Generationen hinterlassen.

1. Die Endlagersuche muss neu beginnen. Sie muss in einem transparenten Verfahren nach vorher festgelegten wissenschaftlichen Kriterien erfolgen und mehrere Standorte einbeziehen. Die Entscheidung kann letztlich nur nach einem unabhängigen Vergleich der unterirdischen Gesteinsformationen getroffen werden. Radioaktiver Abfall, der in Deutschland produziert wurde, gehört in ein deutsches Endlager. Eine ernsthafte Endlagersuche in Deutschland ist mehr als überfällig.

2. Der BUND fordert, dass nur ein Endlager zur Aufnahme des gesamten Atommülls - schwach-, mittel- und hochradioaktiv - errichtet wird.

3. Radioaktive Stoffe müssen für mindestens eine Millionen Jahre sicher von der Biosphäre abgeschlossen sein. Die Endlagerung sollte in tiefen geologischen Formationen erfolgen, da diese die besten Langzeitbarrieren bilden.

4. Neben den geo-wissenschaftlichen Aspekten müssen bei der Endlagersuche auch Kriterien wie Akzeptanz und Bevölkerungsdichte berücksichtigt werden. Die Öffentlichkeit muss am gesamten Genehmigungsverfahren beteiligt werden.

5. Alle Kosten für die Endlagersuche müssen die Betreiber der Atomkraftwerke tragen. Dies muss auch für die aufwändige vergleichende Standortsuche mit Öffentlichkeitsbeteiligung gelten. Die Betreiber haben jahrzehntelang viel Geld mit ihren Atomkraftwerken verdient. Jetzt müssen sie auch dafür aufkommen, dass ein Endlager für den Strahlenmüll gefunden wird, von dem die wenigsten Gefahren ausgehen.

6. Die Suche nach dem Standort, dessen Genehmigung und die Öffentlichkeitsbeteiligung sind staatliche Aufgaben. Dazu sollte eine öffentliche Institution geschaffen werden, die von einem unabhängigen Gremium kontrolliert wird.

Weitere Informationen:


Die Kernforderungen von BUND und NABU zur Landtagswahl

Landtagswahlpapier_Forderungen_zur_Landtagswahl_2011__BUND_NABU.pdf



Newsletter abonnieren

Ihr Ansprechpartner:

Franz Pöter
Fon 0711 620306-16
franz.poeter@bund.net

Suche

Metanavigation: