15. Januar: Aufgrund eines Ausfalls einer Zeitgliedbaugruppe im Reaktorschutz kam es zu Anregung des Abschaltsignals für einen Umlüfter. Des weiteren wurde an einer Aktivitätsmessstelle im Sicherheitskomponentenkühlsystem ein geringfügiger Anstieg der Aktivität beobachtet. Ursache war eine kleine innere Leckage an einem Probenahmekühler. Beide Vorfälle gehören in die Kategorie N (Normalmeldung) und INES 0 (keine oder sehr geringfügige sicherheitstechnische Bedeutung).
31. Januar: Beim Handstart für den 2-Stunden-Lastlauf im Rahmen einer wiederkehrenden Prüfung erreichte der zu prüfende Notstromdiesel nicht die erforderliche Zünddrehzahl. Die Ursache wird im Bereich der Ventile der Startluftversorgung vermutet. Kategorie N (Normalmeldung) und INES 0 (keine oder sehr geringfügige sicherheitstechnische Bedeutung).
16. Februar: Im Rahmen einer planmäßigen wiederkehrenden Prüfung hat eine Gebäudeabschlussarmatur für das Beckenreinigungssystem nicht geschlossen. Kategorie N (Normalmeldung) und INES 0 (keine oder sehr geringfügige sicherheitstechnische Bedeutung).
12. März: Aufgrund einer defekten Baugruppe kam es im Reaktorschutz zur Auslösung von Reaktorschutzsignalen. Dies führte in der Folge zum Starten eines Notstromdiesels. Kategorie N (Normalmeldung) und INES 0 (keine oder sehr geringfügige sicherheitstechnische Bedeutung).
13. März: Bei der Durchführung der jeweils im Monatsabstand anstehenden wiederkehrenden Prüfungen an den Notstromdieseln startete ein Diesel nicht. Die messtechnische Überprüfung der Kabel und Steckverbindungen im Bereich des Hauptanlassventils am betroffenen Notstromdiesel zeigte einen stark erhöhten Übergangswiderstand in der Steckverbindung. Kategorie N (Normalmeldung) und INES 0 (keine oder sehr geringfügige sicherheitstechnische Bedeutung).
12. April: Bei einer wiederkehrenden Reaktorschutzprüfung während der Revision, bei der die Anregung der Notstromdiesel geprüft wurde, schaltete ein Einspeiseschalter für einen Transformator aufgrund einer nicht ordnungsgemäß befestigten Brückenverbindung nicht zu. Beim Abfahren der Anlage zum Brennelementwechsel im Rahmen der Revision 2008 kam es durch Fehlfunktionen von Armaturen bei zwei Speisewasserpumpen zum Ausfall der Reaktordruckbehälterbespeisung mit Speisewasser. Die Anlage befand sich zu diesem Zeitpunkt bei ca. 16 % Leistung. Es war nur noch der Betrieb einer von zwei Speisewasserpumpen erforderlich. Durch die ausgefallene Bespeisung sank im Reaktordruckbehälter der Füllstand auf den Auslösegrenzwert für die Reaktorschnellabschaltung (RESA). Das Ereignis ist dem anomalen Betrieb zuzuordnen. Beide Vorfälle gehören in die Kategorie N (Normalmeldung) und INES 0 (keine oder sehr geringfügige sicherheitstechnische Bedeutung).
18. April: Während der Revision kam es bei geplanten Montage- und Prüfarbeiten aufgrund einer Fehlansteuerung zum Öffnen eines Einspeiseschalters für eine Notsromschine. Dies hatte zur Folge, dass ein Zulaufschieber für die Dieselkühlung eines Notstromdiesels im Anforderungsfall nicht geöffnet hätte. Der Notstromdiesel wäre somit nicht zur Verfügung gestanden. Kategorie N (Normalmeldung) und INES 0 (keine oder sehr geringfügige sicherheitstechnische Bedeutung).
19. April: Während der Revision trat im Zuge der Dekontamination des Reaktorwasserreinigungssystems ein Leck an einer Entleerungsleitung einer Reaktorwasserreinigungspumpe auf. Dabei wurden 300 Liter Dekontaminationsmedium in einen Sperrbereich in der Anlage freigesetzt. Kategorie N (Normalmeldung) und INES 0 (keine oder sehr geringfügige sicherheitstechnische Bedeutung).
5. Mai: Bei der wiederkehrenden Prüfung von Reaktorschutzfunktionen wurde in einem Kanal einer Zeitgliedbaugruppe ein Fehler festgestellt. Kategorie N (Normalmeldung) und INES 0 (keine oder sehr geringfügige sicherheitstechnische Bedeutung).
6. Juni: Im Block 1 des Kernkraftwerks Philippsburg wurde beim Anfahren der Anlage nach dem Abschluss der Jahresrevision ein Druckabfall im Sicherheitsbehälter festgestellt. Der Sicherheitsbehälter wird während des Anfahrens aus Brandschutzgründen mit Stickstoff gefüllt. Während des Betriebs der Anlage herrscht im Sicherheitsbehälter ein leichter Überdruck. Eine Leckage am Sicherheitsbehälter macht sich deshalb durch einen Druckabfall bemerkbar. Kategorie E (Eilmeldung) und INES 1 (keine oder sehr geringfügige sicherheitstechnische Bedeutung).
28. Juni: Im Block 2 des Kernkraftwerks Philippsburg kam es beim Abfahren der Anlage für die jährliche Revision bei einer Reaktorleistung von weniger als 3 % zu einer automatischen Reaktorschnellabschaltung. Um die Fallzeiten der Steuerstäbe messen zu können, sollten diese bei einer Reaktorleistung von 5 % in ihre obere Endlage gefahren werden. Dazu muss eine entsprechende Menge Borsäure in den Reaktorkühlkreislauf eingespeist werden. Bei diesem Vorgang fiel die Reaktorleistung jedoch auf unter 3 % ab. Dabei kam es zu einer automatischen Reaktorschnellabschaltung, die vom Reaktorschutzsystem nach Ansprechen des Grenzwertsignals für die relative Änderungsgeschwindigkeit des Neutronenflusses ausgelöst wurde. Kategorie N (Normalmeldung) und INES 0 (keine oder sehr geringfügige sicherheitstechnische Bedeutung).
18. August: Im Rahmen einer planmäßigen wiederkehrenden Prüfung wurden am 18.08.2008 an drei Schweißnähten einer Rohrleitung von einem Kühlmittelbehälter zum daran angeschlossenen Abgassystem geringfügige Leckagen festgestellt. Kategorie N (Normalmeldung) und INES 0 (keine oder sehr geringfügige sicherheitstechnische Bedeutung).
22. Oktober: Im Rahmen einer planmäßigen wiederkehrenden Prüfung an einem Nebenkühlwassersystem wurde am 22.10.2008 an der Isolierung einer Entleerungsleitung eine Tropfleckage festgestellt. Ursache war eine punktförmige Undichtigkeit im Bereich einer Schweißnaht. Kategorie N (Normalmeldung) und INES 0 (keine oder sehr geringfügige sicherheitstechnische Bedeutung).
29. Oktober: Bei einer monatlich durchzuführenden wiederkehrenden Prüfung an einem Hochdruckeinspeisesystem wurde am 29.10.2008 eine Reaktorschnellabschaltung im Block 1 ausgelöst. Ursache für die Schnellabschaltung des Reaktors war ein Fehler im Ablauf des Prüfverfahrens. Kategorie N (Normalmeldung) und INES 0 (keine oder sehr geringfügige sicherheitstechnische Bedeutung).
3. Dezember: Nachmittags kam es durch zwei defekte Messfühler an der Turbinenwelle zu einer Schnellabschaltung der Turbine. Durch die Abschaltung der Turbine kam es aufgrund eines Fehlers im nachfolgenden Regelungssystem zur Erhöhung des Neutronenflusses im Reaktor. Das Regelungssystem soll verhindern, dass es infolge der Schnellabschaltung der Turbine zu einer Abschaltung des Reaktors kommt. Da die Signalweitergabe im Regelungssystem verzögert eingestellt war, kam es zu einem Ansprechen des Reaktorschutzes mit nachfolgender Schnellabschaltung des Reaktors. Kategorie N (Normalmeldung) und INES 0 (keine oder sehr geringfügige sicherheitstechnische Bedeutung).
13. Dezember: Im Rahmen eines Schichtrundganges wurde am 13.12.2008 eine Leckage im Bereich einer Schweißnaht einer Leitung des Hilfsdampfsystems festgestellt. Kategorie N (Normalmeldung) und INES 0 (keine oder sehr geringfügige sicherheitstechnische Bedeutung).