12. August: Nach einer Revision im Block II des AKW werden die vier Flutbehälter des Notkühlsystems ohne ausreichenden Borsäureanteil wieder aufgefüllt.
25.-28. August: Die Borsäurekonzentration wird in drei Behältern als zu niedrig befunden. Am 28. August geht die erste Pannenmeldung an das Landesumweltministerium. Im Anschluss stufen die EnBW, die staatliche Atomaufsicht im Umweltministerium und der TÜV den Zwischenfall falsch ein. Erst im Oktober wird die Panne als sicherheitsrelevant eingeordnet.
1. Oktober: Das Umweltministerium wird über eine weitere Panne informiert: Die Wasserfüllstände der Flutbehälter waren beim Anfahren nach der Revision zu niedrig.
6. Oktober: Landes-Umweltminister Ulrich Müller und Bundesumweltminister Jürgen Trittin einigen sich darauf, die Borsäure-Panne in Block II als Störfall der INES Stufe 2 zu behandeln.
8. Oktober: EnBW nimmt Philippsburg II auf Anraten von Trittin vom Netz.
10. Oktober: Im Block I des Atomkraftwerks wird eine undichte Armatur entdeckt.
12./13. Oktober: Kernkraftwerksbetreiber versuchen, die undichte Armatur zu reparieren. Dabei kommt es zu einer weiteren Störung.
20. Oktober: Philippsburg Block I wird zur Reparatur von Armaturen vom Netz genommen und einen Tag später wieder hochgefahren.
22. Oktober: Die EnBW stuft die falsche Befüllung der Flutbehälter in Block II als "Meldepflichtiges Ereignis" ein und informiert Müller.
23. Oktober. Müller informiert das Kabinett. Die EnBW bestätigt, dass bei der Flutbehälter-Füllung seit 17 Jahren gegen Vorschriften verstoßen wurde.
25. Oktober: Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt gegen die Führungsebene des Atomkraftwerkes sowie den Betreiber EnBW.
26. Oktober: Die EnBW teilt mit, dass auch die Notkühlsysteme der Atomkraftwerke in Obrigheim und Neckarwestheim fehlerhaft sind.
15. November: Weitere Pannen in Philippsburg. Im Block I tritt kontaminiertes Wasser aus, und Umweltminister Müller berichtet dem Landtag von neuen Pumpen-Problemen im immer noch abgeschalteten Block II.
24. November: Block I muss auf Grund eines defekten Ventils für wenige Stunden vom Netz genommen werden. Ein Wochenende lang steht Philippsburg komplett still.
18. Dezember: Nach zehnwöchiger Pause geht Block II wieder ans Netz. Kosten: Rund 58 Millionen Euro.