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Die Lockstock-Methode

Ein neues Verfahren zum Nachweis der Wildkatze

BUND Rettungsnetz Wildkatze, Copyright Thomas Stephan

Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) ist eine heimliche Bewohnerin unserer Wälder. Sie meidet die Nähe zu uns Menschen, ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und äußerst scheu. Der Nachweis der Wildkatze ist daher ausgesprochen schwierig. Zeigt sie sich doch einmal dem geduldigen Beobachter, dann ist sie von ihrer wildfarbenen Verwandten, der Hauskatze (Felis s. lybica forma catus) kaum zu unterscheiden.

Wildkatzen-Monitoring in Baden-Württemberg: Die Lockstock-Methode

Zum sicheren Nachweis von Wildkatzen, wird in der Praxis die sogenannte Lockstock-Methode verwendet. Aufgeraute und mit Klettband versehene Holzpflöcke werden in  möglichen Wildkatzengebieten in die Erde gesteckt. Sie werden mit Baldrian besprüht, der als Lockstoff dient.

Vor allem in der Ranzzeit (Januar – März) werden die Tiere von dem Geruch angelockt und reiben sich an den Stöcken, wobei einige ihrer Haare daran haften bleiben. In regelmäßigen Kontrollen werden diese Haare abgesammelt und ins Labor des Senckenberg Museum nach Gelnhausen geschickt. Um die Europäische Wildkatze von der Hauskatze zu unterscheiden und sie eindeutig identifizieren zu können, wird dort das Material genetisch untersucht. Die mtDNA wird entlang eines bestimmten Abschnittes untersucht (Sequenzierung), weil sie bei Haus- und Wildkatzen charakteristische Unterschiede aufweist. Die Genetiker vergleichen sie mit DNA-Sequenzen von anderen schon bekannten Wild- und Hauskatzensequenzen (Referenzsequenzen). Je nachdem, welchem Vergleichsmuster die gefundene Probe ähnelt, kann eine Probe einer Hauskatze oder einer Wildkatze zugeordnet werden. Neben Lockstöcken werden übrigens auch Fotofallen eingesetzt, um einer Wildkatze auf die Spur zu kommen. Die Geräte werden im Wald aufgestellt und lösen automatisch durch einen Bewegungsmelder aus. Diese Nachweis-Methode ist für die Tiere besonders störungsarm. Ein Foto ist allerdings kein eindeutiger Nachweis im Vergleich zu einer DNA-Untersuchung, wie sie die Lockstockmethode ermöglicht.

Bisherige BUND Lockstock-Untersuchungen an der Wildkatze

Identifizierung der Wildkatze

Die mitochondriale DNA (mtDNA) wird nur über das Muttertier (maternal) vererbt. Bei der Analyse der mtDNA kann somit zwar die Artzugehörigkeit herausgefunden werden, jedoch können keine Aussagen zum Geschlecht oder der Zugehörigkeit des Tieres zu einer bestimmten Population getroffen werden. Um mehr darüber herauszufinden, müssen die Genetiker die Zellkern-DNA analysieren. Erst dadurch erstellen sie einen so genannten genetischen Fingerabdruck, der eine individuelle Identifikation erlaubt. Können mit dieser Methode weitere Individuen der Wildkatze in dem Gebiet nachgewiesen werden, dann erlaubt die Auswertung dieser Daten auch eine Abschätzung der Populationsgröße – ohne, dass dafür Tiere gefangen werden müssen.

Gut zu wissen:

Vor allem in der Wurzel von Baldrian (Valeriana) sind bestimmte Inhaltsstoffe enthalten, die auf Menschen eine beruhigende Wirkung haben. Auf Katzen wirkt der Stoff so unwiderstehlich wie ein aufputschendes Aphrodisiakum. Wissenschaftler vermuten, dass die darin enthaltenen Alkaloide auf Katzen und Kater wie Sexuallockstoffe wirken.



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