Zum sicheren Nachweis von Wildkatzen, wird in der Praxis die sogenannte Lockstock-Methode verwendet. Aufgeraute und mit Klettband versehene Holzpflöcke werden in möglichen Wildkatzengebieten in die Erde gesteckt. Sie werden mit Baldrian besprüht, der als Lockstoff dient.
Vor allem in der Ranzzeit (Januar – März) werden die Tiere von dem Geruch angelockt und reiben sich an den Stöcken, wobei einige ihrer Haare daran haften bleiben. In regelmäßigen Kontrollen werden diese Haare abgesammelt und ins Labor des Senckenberg Museum nach Gelnhausen geschickt. Um die Europäische Wildkatze von der Hauskatze zu unterscheiden und sie eindeutig identifizieren zu können, wird dort das Material genetisch untersucht. Die mtDNA wird entlang eines bestimmten Abschnittes untersucht (Sequenzierung), weil sie bei Haus- und Wildkatzen charakteristische Unterschiede aufweist. Die Genetiker vergleichen sie mit DNA-Sequenzen von anderen schon bekannten Wild- und Hauskatzensequenzen (Referenzsequenzen). Je nachdem, welchem Vergleichsmuster die gefundene Probe ähnelt, kann eine Probe einer Hauskatze oder einer Wildkatze zugeordnet werden. Neben Lockstöcken werden übrigens auch Fotofallen eingesetzt, um einer Wildkatze auf die Spur zu kommen. Die Geräte werden im Wald aufgestellt und lösen automatisch durch einen Bewegungsmelder aus. Diese Nachweis-Methode ist für die Tiere besonders störungsarm. Ein Foto ist allerdings kein eindeutiger Nachweis im Vergleich zu einer DNA-Untersuchung, wie sie die Lockstockmethode ermöglicht.
Bisherige BUND Lockstock-Untersuchungen an der Wildkatze