Auch der BUND Baden-Württemberg hat sich 2006 auf die Spurensuche der Wildkatze begeben. Wie eine Studie zeigt, hat die Wildkatze gute Möglichkeiten, in den Wäldern Baden-Württembergs wieder heimisch zu werden.
Die Auswertung von Karten auf Basis der Habitatansprüche von Wildkatzen ergab, dass vor allem im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb geeignete Naturräume vorhanden sind. Mit einem langfristigen Vorhaben „Von der Pfalz auf die Alb“ ist der Landesverband dem „Rettungsnetz Wildkatze“ beigetreten.
Drei Säulen tragen das Rettungsnetz
Kartierung: Ziel der Kartierungen ist es, die Räume festzulegen, in denen die geplante Waldvernetzung erfolgen kann. Grundlage dafür ist die Erfassung und die Darstellung von bestehenden Wanderstrukturen. Vorhandene Vernetzungslücken sollen durch geeignete Maßnahmen geschlossen werden.
Korridor: Basierend auf den Vorschlägen der Kartierung soll zwischen den Vogesen und dem Pfälzerwald ein Wanderkorridor entstehen. Ziel ist es, die Wildkatze wieder in allen für sie geeigneten Wäldern, auch denen Baden-Württembergs, heimisch werden zu lassen. In dem reich strukturierten Lebensraum werden sich auch andere Tier- und Pflanzenarten des Waldes ansiedeln können.
Kontrolle: Der Erfolg wird mit Hilfe des Wildkatzen-Monitorings zur Wiederbesiedelung der Wildkatze in Baden-Württemberg kontrolliert, die Gen-Datenbank soll weiter ausgebaut werden. Hierbei soll überprüft werden, in wieweit sich die Wildkatze im Projektgebiet genetisch mit der Hauskatze (Felis s. lybica f. catus) mischt. Davon können Kriterien zur Effizienz der Vernetzung abgeleitet und der Erfolg der Vernetzung überprüft werden.
Gelingen kann ein solches Vorhaben nur, wenn auch ein Netz zwischen Mensch und Natur gespannt wird. Wir wollen neue Allianzen schmieden zwischen Naturschutz und Landnutzung, zwischen Behörden und Bevölkerung und zwischen allen, die das Schicksal einer der letzten Raubkatzen in Europa nicht unberührt lässt.