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Familie Felidae

Bild: www.wildkatze.info / Copyright Thomas Stephan

Systematik (nach Wozencraft): 
    Säugetiere (Mammalia)
        Plazentatiere (Theria; Eutheria/Placentalia)
           Raubtiere (Carnivora) 
               Katzen (Familie Felidae)
                   Echte Katzen (Unterfamilie Felinae)
                       Gattung Felis – Altwelt-Wildkatzen
                           Art Felis silvestris, Schreber 1777 – Wildkatze, Waldkatze             
                              Unterart Felis silvestris silvestris (Europäische Wildkatze)

Bezeichnungen: Weibliches Tier: Katze (waidmännisch auch Kätzin), männliches Tier: Kater (waidmännisch auch Kuder)

Größe: Ungefähr so groß wie die Hauskatze

Masse: Katze 3-6 kg, Kater 3,5-8 kg, abhängig von der Jahreszeit

Körpermerkmale: Aufgrund ihres langhaarigeren Fells hat die Wildkatze ein massigeres und korpulenteres Erscheinungsbild im Vergleich zur Hauskatze. Die Grundfärbung des Fells ist ockergrau mit verwaschener Tigerzeichnung beim erwachsenen Tier. Auffallende äußere Merkmale sind ein fleischfarbener Nasenspiegel, ein verhältnismäßig kurzer, dicker, stumpfendiger Schwanz mit typischer schwarzer Dreier-Ringelung und dunkler Spitze.

Trittsiegel: Länge 3-3,5cm, Spur schnürend. Die Vorderpfote hat fünf (aber nur vier erscheinen im Abdruck), die Hinterpfote 4 Zehen. Im Abdruck erscheinen keine Krallen und der Abdruck ist stärker als der der Hauskatze.

Nahrung: Hauptsächlich Wühlmäuse und andere Klein-Nagetiere. Weitaus weniger im Nahrungsspektrum vertreten sind Junghasen und Kaninchen, Maulwürfe, Eichhörnchen, Siebenschläfer, Vögel, Amphibien, Reptilien, Fische und Kerbtiere. In Notzeiten fressen Wildkatzen auch Aas.

Streifgebiet: Größe sehr variabel, abhängig von der Lebensraumqualität und dem Beuteangebot sowie der Populationsdichte und der Jahreszeit. Die Gebietsgröße von Katzen liegt zwischen 300-1 100 ha, Kater können ein Gebiet bis 4 800 Hektar durchstreifen.

Lebensraum: Vorzugsweise große, unzerschnittene störungsarme Waldlandschaften mit abwechslungsreicher und ausgeprägter Strukturierung der Vegetation und des Geländes.

Fortpflanzung: Die Paarungszeit, auch Ranzzeit genannt, findet zwischen Januar und März statt. Nach einer Tragezeit von etwa neun Wochen kommen für gewöhnlich zwei bis vier Junge zur Welt, die anfangs noch blind sind. Zwischen dem 10. und 12. Tag öffnen sie die Augen. Die Entwöhnung von der Mutter beginnt nach ca. vier Wochen. Mit sechs Monaten sind die Jungtiere selbständig und suchen sich ein neues Streifgebiet. Die Geschlechtsreife tritt zwischen 9 und 11 Monaten ein.

Lebenserwartung: 7-10 Jahre im Freiland

Gefährdung: Durch ihr arttypisches Verhalten, große Gebiete zu durchstreifen, sind die Einengung und Zerschneidung des Lebensraums durch eine zunehmende Verkehrswegedichte und durch Siedlungsachsen, das „Ausräumen“ von Landschaften sowie Stress durch Ruhestörungen Hauptgefährdungsfaktoren. Eine Trennung von Populationen und die Verkleinerung der Populationsgröße führen letztlich zu einem lokalen, regionalen oder überregionalen Verschwinden der Wildkatze.

Die Wildkatze ist eine der seltensten einheimischen Säugetierarten und ist durch wichtige internationale Abkommen, wie dem Washingtoner Artenschutzabkommen, der Berner Konvention und der europäischen Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-RL, Richtlinie 92/43/EWG) streng geschützt. In der Roten Liste der gefährdeten Wirbeltiere in Deutschland wird die Wildkatze als stark gefährdet, in Baden-Württemberg als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft.



Ihre Ansprechpartnerin:

Laura Bollwahn
Fon 0711 620306-12
laura.bollwahn@bund.net

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