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Raubtier mit gehobenem Anspruch

Quelle: www.wildkatze.info / Copyright Thomas Stephan

Sie gehören zu den letzten Raubkatzen Europas. Früher war die Wildkatze in den Waldlandschaften Mitteleuropas noch weit verbreitet. Hier haben sie sich entwickelt und Jahrtausende überlebt. Mittlerweile ist das europäische Verbreitungsgebiet auf wenige Restbestände geschrumpft, die sich in größeren zusammenhängenden Waldgebieten befinden. Offensichtlich haben die Wildkatzen es bisher nicht geschafft, sich an die Bedingungen der modernen Kulturlandschaft anzupassen. Störungsarme Regionen der Mittelgebirge zählen nun zu ihren letzten Rückzugsgebieten. In Deutschland kommen sie in der Eifel, im Hunsrück, Pfälzerwald, Taunus, Solling, Harz, Nordhessischen Bergland und Hainich vor. Im Tiefland sind kleinere Vorkommen im Harzvorland und im Bienwald nachgewiesen.

Die Wildkatze hat ganz besondere Ansprüche an ihren Lebensraum: Sie benötigt großflächig störungsarme Waldlebensräume. Kleine Lichtungen, im Wald verborgene Wiesen und Waldränder mit reichen Heckenstrukturen sind wichtige Elemente ihres Habitats. Sie kann damit als Indikator für die Qualität und Kohärenz dieser Lebensräume betrachtet werden. Deshalb eignet sich die Wildkatze sehr gut als sogenannte Leitart des Naturschutzes: Viele andere heimische Tier- und Pflanzenarten profitieren davon, wenn sich die Wildkatze wieder heimisch fühlt.

Intensive forstliche Bewirtschaftung mit niedrigen Umtriebszeiten und hohem Erschließungsgrad bedrohen potenzielle Lebensräume der Wildkatze. Geeignete Lebensräume werden von Straßen und ausgeräumten Agrarlandschaften zerschnitten, weshalb sich die Wildkatze hier nicht ansiedelt.

Untersuchungen vom BUND Thüringen zur Habitatnutzung der Europäischen Wildkatze zeigen, dass schon vegetations- und strukturverarmte Landschaftsstreifen von wenigen hundert Metern Breite die Katzen daran hindern, in andere Reviere zu wechseln.

Fest steht: Ohne eine Vernetzung ihrer Restlebensräume und die Möglichkeit zur Ausbreitung hat dieses einheimische Raubtier langfristig keine Überlebenschance, weil ihre Populationen zu klein und zu stark isoliert sind.



Foto: eyewire, Fotalia.com
Foto: Swetlana Wall, Foalia.com

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Laura Bollwahn
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laura.bollwahn@bund.net

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