Wespen und Hornissen

Wespe, Bild: Pixelio.de

Wespen gehören mit den Bienen und Ameisen zu den Taillenwespen - die Arten dieser Hautflügler-Unterordnung haben alle eine "Wespentaille". Bei den Hummeln, die zu den Bienen gehören, wird die Wespentaille von Haaren überdeckt, ist aber da.

In Mitteleuropa kommen 11 Arten der Echten Wespen (eine der vielen Unterfamilien der Taillenwespen) vor. Am häufigsten hat der Mensch Kontakt mit der Gemeinen und der Deutschen Wespe, gelegentlich auch mit der Hornisse, der größten, schönsten, auffälligsten Wespe, die nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt ist.

Wespennester sind faszinierende Konstruktionen: Sie bestehen aus einer papierartigen Masse, von den Wespen selbst hergestellt, indem sie Holz zerkauen. Die Nester haben anfangs fünf bis zehn Zellen in meist etwas abgerundeter Wabenform. In diesem Stadium werden sie von der Königin allein betreut. Die Nester bestehen später aus mehreren, übereinander angeordneten Wabenetagen, die stets waagrecht ausgerichtet und nach unten geöffnet sind, und einer isolierenden, mehrschichtigen Außenhülle. Meist verhüllt die Außenhülle die Waben, die nur bei Zerstörung der Hülle sichtbar werden.

Je nach Art kann man in "Dunkelhöhlennister" (Rote Wespe, Deutsche Wespe, Gemeine Wespe) und solche, die ihre Nester frei in Hecken, Bäumen, auf Dachböden aufhängen, unterscheiden.  Die Nester der Dunkelhöhlennister besitzen eine Außenhülle mit halbkreisförmigen isolierenden Lufttaschen, bei Aufsicht ergibt sich ein Schuppenmuster. Die anderen Arten bauen röhrenförmige Lufttaschen in die Nesthülle; diese sieht dadurch quergestreift aus. Die Nester der Dunkelhöhlennister können gelegentlich in größeren Hohlräumen wie Dachböden frei hängen. Sie sitzen dann aber immer breit mit einer oder mehreren Seiten an der Unterlage an. Die Nester der übrigen Arten sitzen frei hängend an einem Stielchen.

Ähnlich wie die Honigbienen, die Hummeln und die Ameisen haben die Echten Wespen eine faszinierende, arbeitsteilige Staatsorganisation. Die meisten Wespenarten beginnen zwischen Juni und August mit der Anzucht ihrer Männchen und Königinnen. Im August ist das Wespenvolk deshalb am größten. Anfang September finden die Insekten kaum mehr Nahrung und die sinkenden Temperaturen machen ihnen zu schaffen. Bis Mitte Oktober sind in der Regel alle Wespen gestorben. Nur die Jungköniginnen suchen sich einen Überwinterungsplatz, um im Frühling ein neues Volk zu gründen.

Für den "schlechten Ruf", in dem Wespen stehen, sind ausschließlich die Deutsche und die Gemeine Wespe verantwortlich. Diese beiden Arten bilden die größten Völker (mehrere zigtausend Arbeiterinnen) und sind die einzigen, die sich auch über menschliche Nahrung hermachen ("Zwetschgenkuchenwespen"). Dies ist besonders dann der Fall, wenn sich im Spätsommer die Nester auflösen und die noch lebenden Arbeiterinnen auf Nahrungssuche einzeln durch die Gegend streunen. Hornissen und alle anderen Wespenarten interessieren sich weder für Wurstbrote noch für Limonade, sondern machen Jagd auf andere Insekten wie etwa kleinere Wespenarten, Spinnen, alle Arten von Fliegen, Eichenwicklerraupen und Spannerraupen. Deshalb haben Wespen und Hornissen auch eine wichtige Funktion im Naturkreislauf.

Wenn Wespennester in unmittelbarer Wohnumgebung zum Problem werden, z. B. weil Kleinkinder oder Personen mit Insektengiftallergie (ca. 2-3 % der Bevölkerung) gestochen werden könnten, kommt eine Umsiedlung des Nests in Frage.



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