Weiß- und Schwarzstorch

Weißstorch, Bild: Martin Sick

Der Weißstorch (Ciconia ciconia) bevorzugt offene und halboffene Landschaften in feuchten und wasserreichen Gegenden. Er braucht intakte Flussauen und Feuchtwiesen. Bei der Nahrungssuche ist er nicht wählerisch: Regenwürmer, Schnecken, Insekten, Frösche, Mäuse, aber auch Fische, Vogeleier und Maulwürfe stehen auf seinem Speiseplan. Auf den charakteristischen hohen Beinen stelzt er auf Nahrungssuche über Wiesen oder watet durch seichte Gewässer. Mit einer Flügelspannweite von über zwei Metern ist er ein sehr guter Segelflieger. Beim Zug gen Süden vermeidet der Storch den direkten Flug über das Mittelmeer, die westeuropäischen Störche wählen die Route über Gibraltar nach West- und Südafrika, mittel und osteuropäische Störche ziehen über den Bosporus, Sinai und Nildelta Richtung Ostafrika.

Wenn die Störche im Frühjahr zurückkehren, suchen Männchen und Weibchen meist den gleichen Horst wie im Vorjahr auf und setzen über den Sommer ihre Ehe auf Zeit fort. Zwischen 3 bis 5 Jungen ziehen die Storcheneltern während dieser Zeit gemeinsam auf. Das typische Klappern erschallt zur Begrüßung des Partners am Nest, zur Abwehr unliebsamer Nestkonkurrenten oder bei der Balz. Seine Horste wählt der Weißstorch sowohl in Menschennähe als auch direkt in seinem Nahrungsgebiet, auf Dächern, Masten oder Baumwipfeln.

Schwarzstorch, Bild: Andreas Klein (http://www.andreasholgerklein.de)

Der äußerst scheue und bei uns sehr seltene Schwarzstorch (Ciconia nigra) dagegen meidet die Nähe zu menschlichen Behausungen und lebt in feuchten, urtümlichen Waldlandschaften. Sein idealer Lebensraum sind strukturreiche Laubwälder und Laubmischwälder mit Lichtungen, Fließgewässern, Tümpeln und Teichen. Dazu gehören auch extensiv genutzte Feuchtwiesen. Oberseite, Kopf, Hals und Vorderbrust des Schwarzstorchs sind glänzend schwarz, Brust, Bauch, der rumpfnahe Teil des Unterflügels und die Unterschwanzdecken sind weiß. Der Schwarzstorch ist etwas kleiner als seine weißgefiederten Artgenossen. Seine Horste baut er auf Waldbäumen oder Felssimsen. Während der Brutzeit sind Schnabel, Beine und Augenringe leuchtend rot.



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