Tagfalter im Winter

Der Zitronenfalter überwintert als Imago. Bild: Harald Süpfle/de.wikipedia.org

Schmetterlinge überwintern als Falter, Ei, Puppe oder Raupe – oder sie wandern gleich in den wärmeren Süden aus. Ihre Überlebensstrategien für die kalte Jahrezeit sind vielfältig. Ob sie erfolgreich sind, hängt bei manchen stark von uns Menschen ab. Sie können den Faltern das Überstehen der kalten Jahreszeit erleichtern.

Die Schmetterlinge in Deutschland haben ganz unterschiedliche Strategien, um über die kalte Jahreszeit zu kommen, in der sie den Stoffwechsel fast vollständig herunterfahren und das Wiedererwachen der Vegetation abwarten.

Nur sieben unserer etwa 180 Tagfalterarten überwintern als Falter: Der Große und Kleine Fuchs, das Tagpfauenauge, der Zitronenfalter, der C-Falter, der Admiral und der Trauermantel. Dazu suchen sie sich im Herbst geschützte Stellen in der Natur oder sie verkriechen sich in Schuppen oder auf Dachböden in Häusern.

Als Puppen überwintern beispielsweise der Schwalbenschwanz und der Aurorafalter -die Puppen heften sich entweder an Pflanzen, überwintern in Kokons oder vergraben sich im Boden. Die Schwalbenschwanz-Puppe hängt am buchstäblichen seidenen Faden an Pflanzenstängeln. Diese werden im Herbst oder Frühjahr oft abgemäht. So zerstören wir die Lebensgrundlage dieses wunderschönen Falters.

Das Überwintern im Raupenstadium ist eine Spezialität des Großen Schillerfalters, der Bläulinge oder auch des Schachbretts. Die Raupen überwintern in verschiedenen Stadien, von der Jungraupe bis hin zur ausgewachsenen Raupe. Einige verstecken sich in der Vegetation oder in der Borke von Bäumen, andere bleiben ungeschützt. Die Ameisenbläulinge überwintern ihrem Namen folgend als Raupen in Ameisennestern.

Als Ei an Pflanzenteile geheftet, ohne besonderen Schutz, überbrücken etwa Apollofalter und Nierenfleck den Winter.
Die Eier werden schon im Sommer gelegt und müssen eine lange Zeit bis zum darauffolgende Frühjahr überstehen, um dann die übliche Schmetterlings-Metamorphose zu durchlaufen.

Wanderfalter wie der Admiral und der Distelfalter haben eine ganz andere Biologie: Ihre hiesigen Populationen speisen sich teilweise aus weit entfernten südlichen Gefilden.

Beim Wanderverhalten des Admirals macht sich der Klimawandel bemerkbar: In den letzten 15 Jahren wandert der Admiral über zunehmend kürzere Strecken. Ein Großteil der hiesigen Herbsttiere überwintert inzwischen bei uns in den wärmeren Tieflagen der Flusslandschaften an Rhein, Neckar und Nebenflüssen als Falter und flattert an den ersten warmen Vorfrühlingstagen um die Blüten. Kühlere Lagen der Mittelgebirge sowie Nord- und Ostdeutschlands verlässt der Falter noch weitgehend ab August und bevölkert im Winter die wärmeren Regionen Mitteleuropas bis ins Burgund und an den Südalpenrand.

Das Aufkommen des Distelfalters bei uns hängt dagegen weiterhin immer aufs Neue davon ab, wie viele der Falter die lange Reise aus Südeuropa und Afrika überstehen und hier Eier ablegen. Zumindest ein Teil der hiesigen zweiten Generation (Hochsommerfalter) versucht ab Ende Juli den Flug nach Süden über die Alpen.

Was können Sie tun?

Stellen Sie den Schmetterlingen als Winterquartiere Stein- oder Reisighaufen zur Verfügung und lassen Sie auch welke Stauden (z. B. Brennnesseln, Wasserdost, Disteln) über den Winter stehen. Auch alte Bäume im Garten bieten überwinternden Schmetterlingen einen hervorragenden Schutz. Außerdem helfen den Faltern Kletterpflanzen am Haus, wie etwa Efeu, Wilder Wein oder Wald-Geißbart.

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