Seltener begegnet man C-Falter, Großem Fuchs und Trauermantel, den drei weiteren Arten, die als Falter überwintern. Der C-Falter mit seinen am Rand auffallend stark gezackten Flügeln liebt Waldrändern und Streuobstwiesen. Seinen Namen hat er von dem kleinen weißen C-förmigen Zeichen auf der Unterseite der Flüge. Recht schwierig ist es, den selten gewordenen braunvioletten Trauermantel mit seinem gelben Saum und den blauen Fleckenreihe und den ebenso seltenen großen Fuchs zu entdecken. Am ehesten findet man sie an Salweiden – ihre sehr früh blühenden Blüten"kätzchen" sind nicht nur beliebter Vorfrühlingsschmuck in der Vase sondern für die Tagfalter und auch ihre Raupen wichtige Futterquelle.
Noch eine weitere Art kann man neuerdings recht früh im Jahr beobachten: den Admiral. Eigentlich zieht dieser Falter zusammen mit dem Distelfalter im Herbst gen Süden, um dann im Frühsommer wieder zuzuwandern. Bedingt durch den Klimawandel hat sich sein Verhalten in den letzten 15 Jahren verändert: der "Zugvogel" unter den Schmetterlingen legt zunehmend kürzere Strecken zurück. Ein Großteil der hier im Herbst geschlüpften Tier überwintert inzwischen in wärmeren Flusstälern von Rhein, Neckar und Nebenflüssen.
Im April schlüpfen dann die ersten Tiere, die als Puppe überwintert haben. Dazu gehören Aurorafalter und das Frühlingslandkärtchen. Letzteres sieht man meist in lichten Wäldern, an Wald- und Heckenrändern, unter Umständen auch in Gärten, die nahe an einem Wald liegen.
Das braunrote Frühlingslandkärtchen entwickelt ebenso wie auch der Kleine Fuchs und der C-Falter und bei günstigen Bedingungen auch das Pfauenauge während eines Jahres zwei Generationen. Eine Besonderheit findet sich beim Landkärtchen: das im Frühling geschlüpfte Tier sieht völlig anders aus als das Sommerlandkärtchen.
Neugierig geworden, wie nun das Landkärtchen oder der C-Falter aussehen? Auf der Homepage von BUND-Mitglied Walter Schön finden Sie Abbildungen und Beschreibungen aller hier vorkommenden Tagfalter.
(Friederike Köstlin)