Vorboten des Frühlings

Tagpfauenauge, Bild: Maja Dumat; Pixelio.de

Schon an den ersten wärmeren Tagen im Februar oder März sah man Tagfalter in der Sonne tanzen. Pfauenauge, Kleiner Fuchs oder Zitronenfalter haben Kälte, Eis und Schnee getrotzt und sind wie Schneeglöckchen, Krokusse und Primeln die ersten bunten Boten des nahenden Frühlings.

Das schaffen nur wenige! Gerade mal sechs der gut 160 bei uns vorkom-menden Tagfalterarten überwintern als Falter. Drei davon, nämlich Kleiner Fuchs, Zitronenfalter oder Pfauenauge trifft man recht häufig als erste Frühlingboten im März an, manchmal sogar an warmen Februartagen. Die kalte Jahreszeit haben sie in Winterstarre verbracht, an geschützten Stellen wie Höhlen oder hohlen Bäumen, aber auch in Kellern, Garagen und Schuppen. Manchen Arten wie dem Kleinen Fuchs sieht man das Überwintern direkt an: die sonst in einem zarten Gelb gezeichneten Flecken auf den Flügeln sind weiß gebleicht. Hat die Sonne genug Kraft, weckt sie die filigranen Tierchen und sie flattern in Gärten, an lichten Waldrändern oder in Parks auf der Suche nach Futterpflanzen zur Eiablage. Immer wieder kommt es vor, dass Falter erwachen, bevor die ersten Frühjahrsblüher ausgetrieben sind. Dann müssen die „Frühaufsteher“ von ihren Fettreserven leben, die sie im letzten Jahr angesammelt haben und hoffen, dass beim nächsten Erwachen die Kraft für Futtersuche und Fortpflanzung noch reicht.

Trauermantel, Bild: Karl-Heinz Liebisch; Pixelio.de

Seltener begegnet man C-Falter, Großem Fuchs und Trauermantel, den drei weiteren Arten, die als Falter überwintern. Der C-Falter mit seinen am Rand auffallend stark gezackten Flügeln liebt Waldränder und Streuobstwiesen. Seinen Namen hat er von dem kleinen weißen C-förmigen Zeichen auf der Unterseite der Flügel. Recht schwierig ist es, den selten gewordenen braunvioletten Trauermantel mit seinem gelben Saum und der blauen Fleckenreihe und den ebenso seltenen großen Fuchs zu entdecken. Am ehesten findet man sie an Salweiden – ihre sehr früh blühenden Blüten-"kätzchen" sind nicht nur beliebter Vorfrühlingsschmuck in der Vase sondern für die Tagfalter und auch ihre Raupen wichtige Futterquelle.

Noch eine weitere Art kann man neuerdings recht früh im Jahr beobachten: den Admiral. Eigentlich zieht dieser Falter zusammen mit dem Distelfalter im Herbst gen Süden, um dann im Frühsommer wieder zuzuwandern. Bedingt durch den Klimawandel hat sich sein Verhalten in den letzten 15 Jahren verändert: der "Zugvogel" unter den Schmetterlingen legt zunehmend kürzere Strecken zurück. Ein Großteil der hier im Herbst geschlüpften Tiere überwintert inzwischen in wärmeren Flusstälern von Rhein, Neckar und Nebenflüssen.

Im April schlüpfen dann die ersten Tiere, die als Puppe überwintert haben. Dazu gehören Aurorafalter und das Frühlingslandkärtchen. Letzteres sieht man meist in lichten Wäldern, an Wald- und Heckenrändern, unter Umständen auch in Gärten, die nahe an einem Wald liegen.

Das braunrote Frühlingslandkärtchen entwickelt ebenso wie auch der Kleine Fuchs und der C-Falter und bei günstigen Bedingungen auch das Pfauenauge während eines Jahres zwei Generationen. Eine Besonderheit findet sich beim Landkärtchen: das im Frühling geschlüpfte Tier sieht völlig anders aus als das Sommerlandkärtchen.

Neugierig geworden, wie nun das Landkärtchen oder der C-Falter aussehen? Auf der Homepage von BUND-Mitglied Walter Schön finden Sie Abbildungen und Beschreibungen aller hier vorkommenden Tagfalter.

(Friederike Köstlin)



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