Schachbrett und Großes Ochsenauge

Schachbrettfalter und Großes Ochsenauge, Bilder: Walter Schön

Beide Falter sind häufig auf blütenreichen, extensiven Wiesen zu finden. Sie haben ein hohes Nektarbedürfnis, weshalb sie Flockenblumen, Witwenblumen und Skabiosen bevorzugen. Die Raupen beider Arten leben an verschiedenen Süßgräsern, doch es gibt Unterschiede: Das Schachbrett benötigt zur Eiablage im Juni/Anfang Juli noch ungemähte Stellen, das Große Ochsenauge legt seine Eier hingegen in die frisch gemähten Bereiche hinein. Beide gemeinsam nutzen die noch ungemähten Bereiche als "Tankstellen". Werden die Wiesen zu stark gedüngt oder aber gar nicht mehr gemäht, nimmt ihr Blütenreichtum und damit die Eignung für die Falter sehr rasch ab. Gleiches gilt aber auch für das Mulchen und/oder Nichtabräumen des Mähguts. Zu häufiger Schnitt unterbindet eine erfolgreiche Entwicklung der Larven. Benötigt werden ein- bis zweischürige Wiesen.

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Bild: Walter Schön

Dieser für den Naturschutz wichtige Falter führt ein kompliziertes Leben: Das Weibchen legt seine Eier in Blüten des Großen Wiesenknopfes, die jungen Räupchen fressen dann die sich entwickelnden Samen und Fruchtstände in den roten Köpfchen des Wiesenknopfs. Nach wenigen Wochen lassen sie sich zu Boden fallen und von Ameisen einer bestimmten Gattung in ihr Nest tragen. Dort werden sie entweder von den Ameisen gefüttert oder sie fressen - bei anderen Arten – die Ameisenbrut. Im Ameisennest überwintern und verpuppen sie sich auch im folgenden Jahr – erst der geschlüpfte Falter muss eilends das Ameisennest verlassen.

Besonders wichtig für diesen Falter sind Grabenränder. Fast nur hier gibt es Wiesenknopf-Bestände, die zwischen Mitte Juni und Anfang September nicht gemäht werden. Diese Pflanzen sind aber die Voraussetzung für die Eiablage und eine erfolgreiche Larvenentwicklung: Hier findet der Wiesenknopf-Ameisenbläuling Nektar, Ansitzwarten für die Partnersuche, Wind- und Sonnenschutz.

Segelfalter

  • Segelfalter; Bild: Samuel Kick
  • Raupe mit ausgestülptem Nackenschlauch; Bild: Walter Schön

Der Segelfalter gehört mit einer Flügelspannweite von bis zu 80 Millimetern zu einem der größten heimischen Schmetterlingsarten. Er ist wie die meisten Falterarten ein sogenannter Biotopkomplexbewohner, das heißt er benötigt für verschiedene Lebensphasen eine Reihe unterschiedlicher Biotope. Jedoch ist sein Lebensraum - die trockenwarme Magerwiesen und Trockenrasen mit steinigen Böden – selten geworden, da durch überall auftretende Düngung Fettwiesen vorrangig sind.

Seine Eier legt der Segelfalter bevorzugt auf Blätter von niedrigen Schlehenbäumen, sogenannten „Krüppelschlehen“, ab. Die Raupen ähneln den Schlehenblättern so sehr, dass sie bestens vor Fressfeinden geschützt sind. Bei Bedrohung stülpen die Raupen eine Nackengabel, eine Art Schlauch, aus. Darauf befinden sich Drüsen, die ein stark riechendes Sekret zur Abschreckung aussondern.

Die ausgebildeten Falter bevorzugen den Nektar von Rosengewächsen, aber auch Sommerflieder und Wiesenblumen stehen auf ihrer Speiseliste.

Der Segelfalter nutzt die Thermik an Felshängen und Kuppen, um in große Höhen zu gelangen. Dank dieser Aufwinde kann er ohne Flügelschläge durch die Luft segeln, was ihm seinen Namen einbrachte. Zur Paarungszeit warten die Männchen auf erhöhten Orten auf die Weibchen (Hilltopping).

Sein nächster heimischer Verwandter und ebenso ein Vertreter der Ritterfalter - gut erkennbar an den langgezogenen Flügelausläufen – ist der Schwalbenschwanz.

Verbreitung in Baden-Württemberg: Früher war die Art in weiten Bereichen der Oberrheinebene, im Südschwarzwald, auf der Schwäbischen Alb mitsamt Hegau-Alb, im Albvorland, im Heckengäu, im Kraichgau, an den Talhängen von Kocher und Jagst sowie im Tauberland verbreitet (Ebert & Rennwald 1991a). Heutzutage findet man ihn kaum mehr. Es gibt noch wenige Metapopulationen im Tauberland, und ab und zu hört man von Einzelfunden aus der Oberrheinebene. In allen anderen Gebieten geht man davon aus, dass der Segelfalter ausgestorben ist (Ebert et al. 2005).

 

 



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