Bedrohte Künstler

Der größte Feind vieler Schmetterlinge ist der Mensch. Durch intensive landwirtschaftliche Nutzung oder Überbauung werden wertvolle Lebensräume zerstört. Feuchtwiesen oder Moore werden trockengelegt, Wiesen überdüngt. Es fehlt an der notwendigen Pflanzenvielfalt. Damit ist vielen Schmetterlingsarten die Nahrungsgrundlage genommen. Monokulturen und Chemikalieneinsatz in Land- und Fortwirtschaft tun ein übriges.
Auch Gärten bieten kaum noch Rückzugsmöglichkeiten. Von exotischen Ziersträuchern werden die Falter nicht satt und in frühzeitig ausgeräumten Beeten können Schmetterlingsraupen, -puppen oder -eier nicht überwintern. Wer etwas Unordnung duldet und mit dem "Aufräumen" bis zum Frühjahr wartet, kann dafür mit den ersten warmen Sonnenstrahlen schon frisch geschlüpfte Schmetterlinge begrüßen.

Schmetterlingsparadiese

  • Wiesenknopf-Ameisenbläuling; Bild: Walter Schön

Das Taubenried bei Pfullendorf ist ein typisches oberschwäbisches Ried mit einem kleinen Hochmoorkern, in dem noch seltene moortypische Schmetter-lingsarten vorkommen. 24 der 50 dort nachgewiesenen Tagfalterarten sind in der Roten Liste verzeichnet. Die regelmäßigen Pflegeeinsätze des BUND-Pfullendorf erhalten dieses einzigartige Schmetterlingsparadies. Entscheidend für das Ried ist, dass die traditionelle extensive Bewirtschaftung beibehalten wird und keine Entwässerung stattfindet.

Für den jährlichen Mahdtermin im Gebiet Retzlach in Karlsruhe-Knielingen werden beim BUND Karlsruhe alle Kräfte gebündelt. Der Einsatz gilt dem Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Dieser Schmetterling hat für sein Überleben eine ganz spezielle Strategie entwickelt: er braucht zum Überleben und Fortpflanzen eine spezielle Pflanze, den Großen Wiesenknopf, und die Ameise. Für den BUND Karlsruhe ist es eine besondere Herausforderung, den Mahdtermin genau einzuhalten. Wird die Wiese zu früh gemäht, werden die Eier und Larven vernichtet, die sich noch auf dem Wiesenknopf befinden. Zudem muss eine große Menge an Schnittgut, das bei der Mahd anfällt, abtransportiert werden. Dazu braucht es viele Helfer.

Selbst im städtischen Umfeld lassen sich relativ einfach Oasen für die bedrohten Tiere schaffen. Schmetterlingsgärten mit speziellen Nahrungspflanzen für Raupen und Falter sind in Parks, Kindergärten oder Schulen bunte fröhliche Farbtupfer. BUND-Gruppen wie beispielsweise der Ortsverband Ladenburg haben zusammen mit Schulkindern einen solchen Schmetterlingsgarten angelegt.

Weitere BUND-Schmetterlingsprojekte in Baden-Württemberg finden Sie in unserer Naturschutz-Projektdatenbank ANNA.



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