Rinder statt Rasenmäher: Historische Formen der Landnutzung haben sich im Naturschutz bewährt. Beweidung bietet sich vor allem dort an, wo früher schon Schafe grasten, wie auf der Schwäbischen Alb, im Heckengäu und in Teilen des Schwarzwaldes. Geradezu geboten ist die Beweidung dort, wo durch Weidetiere die Biotope entstanden sind, die für Baden-Württemberg typisch sind. Das Paradebeispiel ist dabei die Wacholderheide.
Kühbusch, Schafhalde, Geißbühl oder Viehweide - Gewann-, Orts- und Flussnamen können Hinweise darauf geben, ob ein Gebiet früher beweidet wurde. Der historische Bezug einer geplanten Beweidung kann helfen, Grundstückseigentümer, Landwirte und politisch Verantwortliche von dem Projekt zu überzeugen.
Welche Flächen lassen sich beweiden?
Bei Steillagen bieten sich Beweidungen vor allem an, weil das Mähen nicht nur mühsam, sondern auch gefährlich sein kann. Steillagen können zu wertvollen Wiesen werden, weil die geringe Humusauflage seltene, meist konkurrenzschwache Pflanzen begünstigt und Artenvielfalt ermöglicht. Außerdem sind Steillagen oft der Sonne zugeneigt und deshalb ein idealer Standort für wärmeliebende Arten. Weil Ziegen und Schafe leichter als Rinder sind, sollten sie bevorzugt an Steillagen eingesetzt werden, da sie weniger Trittschäden verursachen.