Einheimische Art - ausgerottet und zurückgekehrt

Im Gegensatz zum Bisam, Nutria und zum Waschbär ist der Biber in Baden-Württemberg eine heimische Art: Zahlreiche Quellen belegen Biber-Vorkommen bis ins 19. Jahrhundert. Knochenfunde aus dem 2. und 3. Jahrhundert bei Aalen, Berichte aus der Römerzeit, dem Mittelalter und dem 19. Jahrhundert beweisen, dass der Biber schon früher im Südwesten gelebt hat. Dass es auch in Baden Biber gab, zeigen – neben historischen Belegen – der Ortsname Biberach im Schwarzwald und der Flussname Biber im Kreis Konstanz.

1846 wurde der letzte Biber im Land in Ostwürttemberg geschossen. Damit war der Biber im heutigen Baden-Württemberg ausgerottet.

In Deutschland haben Biber nur an der Elbe in freier Wildbahn überlebt. Dort und an der bayerischen Donau wurden Ende des 20. Jahrhunderts Biber ausgesetzt. Heute gibt es wieder über 10 000 Biber an der Elbe und über 2 000 an der bayerischen Donau.

Seit etwa 15 Jahren kehrt er auch in unser Land wieder zurück, aus Bayern, der Schweiz und dem Elsass, wo Biber ausgewildert wurden. Viele Naturfreunde freuen sich über seine Wiederkehr. Er kommt über Donau, Rhein und ihre Nebenflüsse. Über 1500 Biber gibt es mittlerweile im Land. Schwerpunkte der Verbreitung sind die Donau zwischen Sigmaringen und Ulm und ihre Nebenflüsse sowie der Hochrhein mit seinen Nebenflüssen. Am Bodensee gibt es Biber seit 1999.

Biber, Bild: Pixelio.de

Auch die Tauber (Creglingen, von Bayern her, vor 2002) und das Einzugsgebiet des Neckars hat der Biber erreicht. BUND-Regionalgeschäftsführer Gottfried May-Stürmer berichtete im Herbst 2004, dass "im Mündungsbereich der Jagst in den Neckar in den vergangenen Wochen Biber aufgetaucht sind. Dabei handelt es sich offenbar nicht um einen einzelnen Irrläufer, es wird damit gerechnet, dass der Biber jetzt auch den Neckar besiedelt." Biber-Freunde in Stuttgart oder Heidelberg sollten sich allerdings gedulden. Zwar weiß man aus Bayern, wo es über 2 000 Biber gibt, dass die Tiere bis zu 30 Kilo-meter im Jahr wandern können, aber sie kommen nicht immer so schnell vorwärts.

Biber-Schaden, Bild: Pixelio.de

Am südlichen Oberrhein gibt es seit etwa 1990 einzelne Vorkommen. Im Juni 2003 wurde gemeldet, dass die Biber vom Elsass bzw. der Pfalz herkommend den Regierungsbe-zirk Karlsruhe erreicht haben. Man hat sie damals in der Nähe der Stadt Karlsruhe gesehen.

Wie schnell sich der Biber ausbreitet, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: Von der Zahl der Biber, die durch Verkehrsunfälle, durch Bisambejagung und andere Ursachen getötet werden und von der Menge der zur Verfügung stehenden Nahrung am jeweiligen Siedlungsort. Wenn die Biberfamilien genug zu fressen haben, wenn es genügend Lebensräume für Jungbiber gibt, bleiben sie, wo sie sind.



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