Bei etwa 15 % der Biber-Ansiedlungen kommt es aufgrund der Biberaktivitäten zu Konflikten mit BewirtschafterInnen oder AnwohnerInnen, typischerweise dort, wo bis direkt ans Gewässerufer gewirtschaftet und gefahren wird. Dort, wo die Bewirtschaftung Gewässerrandstreifen von mindestens 10 m Breite außen vor lässt, entstehen kaum Konflikte, weil sich die meisten Biberaktivitäten in dieser Zone abspielen. Bei den meisten Konfliktfällen handelt es sich um Bagatellschäden wie kleinflächiger Verbiss von Gehölzen, Baumfällungen, der Fraß von Feldfrüchten (z. B. Mais) oder kleinere Vernässungen. In der Regel genügt hier eine einmalige Beratung, um einvernehmliche Lösungen zu erzielen. In einigen Fällen reicht jedoch bloße Beratung oder Mediation nicht aus, beispielsweise dort, wo Biber die Funktion von Fischteichen, Kläranlagen oder Wasserkraftwerken beeinträchtigen oder durch Vernässung Schäden an gewässernahen Gebäuden verursachen. Durch die fortschreitende Ausbreitung des Bibers nehmen die Konfliktfälle und der Wunsch nach Schadensausgleichszahlungen zu.
In den letzten sieben Jahren hat die Landesregierung - beraten unter anderem vom BUND - ein landesweites Bibermanagement eingerichtet, bestehend aus ehrenamtlichen BiberberaterInnen an den einzelnen Gewässern, festen AnsprechpartnerInnen bei den zuständigen Unteren Naturschutzbehörden und Biberbeauftragten bei den Oberen Naturschutzbehörden Freiburg, Stuttgart und Tübingen sowie einer landesweiten Konfliktmanagerin für die schwierigsten Fälle. In Einzelfällen haben die BibermanagerInnen die Möglichkeit, Maßnahmen zu bezuschussen, die Konflikte unter Berücksichtigung der Lebensraumansprüche des Bibers verringern oder lösen. Dieses Beratungsmanagement hat sich bewährt und sollte unbedingt fortgeführt werden.
AnsprechpartnerInnen des staatlichen Biberkonfliktmanagements in Baden-Württemberg finden Sie hier:
- Regierungspräsidium Freiburg: Ref. 56, Uwe Kerkhof, uwe.kerkhof(at)rpf.bwl.de
- Regierungspräsidium Stuttgart: Ref. 56, Oswald Jäger, oswald.jaeger(at)rps.bwl.de
- Regierungspräsidium Tübingen