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Die BUND-Bilanz: 2,6 Millionen Tiere gerettet

Erdkrötenmännchen, Bild: Jörg Fortak
Ein Erdkrötenmännchen hält Ausschau nach einem Weibchen

Seltene Vögel und bunte Schmetterlinge erregen Aufsehen. Im Gegensatz dazu werden Amphibien oft übersehen. Um zu verhindern, dass Tausende von Amphibien überfahren werden, sind manche BUND-Gruppen gegründet worden. Dass dieses Vorhaben ein jahrzehntelanges Engagement bedeuten würde, haben dabei wohl die wenigsten geahnt.Doch die Arbeit hat sich gelohnt: Seit den 1970er Jahren haben unsere Gruppen 2 627 300 Amphibien vor dem Straßentod gerettet. Um den Lebensraum der Unken, Kröten und Frösche zu retten, haben sie sich gegen Straßen gewehrt, die in sensiblen Bereichen gebaut werden sollten.

Und sie haben sich beim Neu- und Ausbau von Straßen für Amphibientunnel eingesetzt, um den Tieren das sichere Überqueren der Straßen zu erleichtern. 110 Amphibientunnel in Baden-Württemberg gehen auf die Initiative von BUND-Gruppen zurück. Weil viele Tümpel austrocknen, helfen unsere Mitglieder dadurch, dass sie Amphibienlaich in neu angelegte Teiche umsiedeln. Allein die BUND-Aktiven aus Weil im Schönbuch haben schon 1 052 Mal den Amphibiennachwuchs durch Umsiedlung gerettet.

BUND Jestetten: Viele Tiere, viele Arten

Beim BUND Jestetten (Kreis Waldshut) ist Reinhard Riegel seit 1984 für den Amphibien-Schutz zuständig. Fast 400 000 Tiere hat seine Gruppe gerettet. Dazu gehörten 2005: 5 121 Bergmolche, 3 481 Erdkröten, 7 956 Grasfrösche, 302 Wasserfrösche, 367 Laubfrösche, 133 Feuersalamander und zwei Gelbbauchunken.

BUND Radolfzell: Jungtiere und Molche im Visier

Wasserfrosch, Bild: Wolfgang Friedrich

Seit 1993 hat die BUND-Ortsgruppe Radolfzell 234 517 Amphibien gerettet. Dabei haben sie auch Molche und die Kröten- und Froschjungtiere erfasst, die nur fingernagelgroß sind. Das erklärt die enormen Zahlen von bis zu 40 000 geretteten Tieren pro Jahr. Auf ihrer Wanderung von den Laichgewässern im Naturschutzgebiet Schanderied zu ihren Sommerlebensräumen müssen die Tiere die Bundesstraße 34 überqueren. Von Mitte März bis in den Oktober werden sie durch Amphibienzäune geschützt, die täglich kontrolliert werden. "Wir sind gemeinsam älter geworden" kommentiert eine der Aktiven um Elisabeth Schug die Entwicklung der Gruppe.

BUND Vorderes Murgtal: Krötenschutz seit 1978

BUND-Rekordhalter beim Erdkröten-Schutz ist vermutlich Rudolf Krumrey aus Gaggenau (Kreis Rastatt). Gemeinsam mit seinen 15 Helfern betreut er bis zu 6 km Amphibienzäune an 14 Wanderstrecken. Seit 1978 hat die Gruppe 140 827 Erdkröten über Straßen getragen. Inzwischen wurde auf einigen wichtigen Straßen die Höchstgeschwindigkeit gesenkt. Das Beispiel zeigt, dass Umwelt- und Naturschutz auch immer viel Fingerspitzengefühl verlangt - damit auch Autofahrer die Forderungen der BUND-Gruppen verstehen und unterstützen. Trotz aller Bemühungen ist der Krötenbestand stark geschrumpft: Konnten die Naturschützer vor rund 30 Jahren noch 10 000 Kröten mit ihren Eimern aufsammeln, sind es heute nur noch knapp zehn Prozent.

Übersicht

In den folgenden Städten und Gemeinden führen BUND-Gruppen größere Aktionen für Amphibien durch (Stand Januar 2007).

  • Albbruck
  • Alfdorf
  • Althütte
  • Baden-Baden
  • Bad Saulgau
  • Bad Waldsee
  • Bahlingen (Kaiserstuhl)
  • Bretten
  • Dietenheim
  • Erbach (Alb-Donau-Kreis)
  • Ettenheim
  • Gaggenau
  • Gerstetten
  • Gottmadingen
  • Grafenau
  • Herbolzheim
  • Ingersheim
  • Jestetten
  • Karlsruhe
  • Keltern
  • Kirnau
  • Konstanz
  • Korb
  • Lonsee
  • Ludwigsburg
  • Maulbronn
  • Meersburg
  • Mühlacker
  • Pfinztal
  • Radolfzell
  • Ravensburg
  • Reutlingen
  • Rheinstetten
  • Salem
  • Schwendi
  • Tuttlingen
  • Ulm
  • Volkertshausen
  • Wehr
  • Weingarten (Krs. Ravensburg)
  • Westerstetten


Ihre Ansprechpartnerin:

Christine Fabricius
Fon 0711 620306-14
christine.fabricius@bund.net

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