Treffpunkt Teich

Bild: Kerstin Nimmerreichter, Pixelio.de

Ab März wühlen sich Frösche, Kröten und Molche aus ihren Winterquartieren. Sie kriechen aus ihren Laubhaufen und Erdhöhlen, den Ritzen von Trockenmauern und Steinhaufen oder tauchen aus dem schlammigen Seegrund auf. Und nun? Der Winter war lang und rau, im Sommer heißt es fressen oder gefressen werden. Weil das Über-leben des Einzelnen nichts, der Fortbestand der Art aber alles ist, folgen im Frühjahr alle Frösche, Lurche, Molche, Kröten dem Ruf der Natur und die sagt: erst mal fortpflanzen!

Doch Gewässer ist nicht gleich Gewässer. Was der Gelbbauchunke oder Kreuzkröte für Paarung und Laichablage behagt, muss dem Laubfrosch oder der Erdkröte noch lange nicht zusagen. So unterschiedlich ihre Winterquartiere sind, so verschieden sind auch die Sommerquartiere von Erdkröte, Molch, Laub-, Gras-, See- oder Springfröschen. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass beinah alle Arten von Froschlurchen zur Paarung ans oder ins Wasser wandern. Kreuzkröte oder Gelbbauchunke etwa suchen zur Laichablage kleine Tümpel oder Pfützen, wie sie auch durch tiefe Reifenspuren entstehen. In den oft nur wenige Zentimeter tiefen Bodenvertiefungen sammelt sich Regen- und Schmelzwasser oder hoch anstehendes Grundwasser. Diese flachen Tümpel erwärmen sich rasch – ideale Voraussetzungen für den Laich der seltenen Gelbbauchunke. Schneller als andere Arten durchlaufen ihre Larven die Stadien der Metamorphose. Laichen in Tümpeln ist also nichts für Gemächliche, denn je nach Witterung trocknen die Pfützen oder Tümpel nach wenigen Wochen wieder aus. Immerhin hat das Laichen in den vegetationslosen Tümpeln einen entscheidenden Vorteil: es gibt nicht sehr viel Konkurrenz und Fressfeinde.

Ganz anders dagegen die Ansprüche von Erdkröten: Pfützen und Tümpel lassen sie links liegen und nehmen bis zu zwei Kilometern Wegstrecke bis zum idealen Laichplatz in Kauf. Der liegt in einem Weiher, Teich oder See, der eine Wassertiefe von mindestens einem halben Meter aufweist. Das Ufer muss mit Röhricht bewachsen sein, denn zwischen den Stängeln der Wasserpflanzen spannen die Erdkröten wie eine Wäscheleine ihre Laichschnüre. Weil sich in dieser Umgebung auch Wasserfrosch und Grasfrosch wohlfühlen, dazu Fische und Libellen, ist die Gefahr viel größer, dass die Larven aufgefressen werden.

Ob Tümpel, Weiher, Teich oder See: Je nach Lage, Größe und Tiefe von Gewässern finden sich also ganz verschiedene Arten ein. Ganz sicher hat die Prinzessin aus dem Märchen vom Froschkönig keinen Springfrosch geküsst, denn der bevorzugt vor allem Weiher in lichten Laubmischwäldern – und keine Brunnen. Der Bergmolch dagegen laicht gerne in pflanzenreichen Tümpeln und auch Gartenweihern. Der Laubfrosch bevorzugt größere und sonnige Feuchtgebiete mit Buschvegetation, am liebsten in Waldnähe.



  • Jetzt spenden, Bilder: ger.hardt/pixelio.de, Thomas Stephan, Walter Schön
  • Jetzt BUND-Mitglied werden; Bilder: detailblick/fotolia, Benicce/fotolia, Monkey Buissnes Images/shutterstock, Mr. Nico/photocase.de
  • Newsletter bestellen, Bild: fult/photocase.de

Ihre Ansprechpartnerin:

Christine Fabricius
Fon 0711 620306-14
christine.fabricius@bund.net

Suche