Was man beim Amphibienschutz beachten muss

Wasserfrosch, Bild: Pixelio.de
Den Wasserfrosch kann man an warmen Tagen ab Mai an Teichen quaken hören.

Bestände

  • Es gibt immer noch einen erheblichen Rückgang von stark gefährdeten Arten in Baden-Württemberg wie Laubfrosch, Moorfrosch, Kammmolch, Gelbbauchunke, Kreuzkröte, Wechselkröte.
  • Vor allem Arten bzw. Bestände im Offenland (Kammmolch, Gelbbauchunken, Kreuz- und Wechselkröte), die auf vegetationsfreie Kleingewässer - wie Pfützen - angewiesen sind, gehen zurück.
  • Bestände von Grasfrosch und Erdkröte haben sich dagegen stabilisiert, zum Teil gibt es sogar positive Entwicklungen. Die Erdkröte ist die einzige Amphibienart, deren Bestände vom Menschen profitieren.
  • 96 Prozent der Amphibien, die an den Schutzeinrichtungen gefangen werden, gehören zu den weniger gefährdeten Arten wie Erdkröte, Grasfrosch und Bergmolch.

Prioritäten

  • Noch wichtiger als der Schutz der Laichwanderungen an Straßen ist der dauerhafte Schutz und die Neuanlage von Lebensräumen, vor allem der Erhalt und die Neu-schaffung von Überschwemmungsflächen.
  • Amphibien brauchen nicht nur Wiesen: Auch die kleinparzellierte Ackernutzung in Talauen kann aus Sicht des Amphibienschutzes förderlich sein. So können vegeta-tionsfreie Pfützen für Gelbbauchunke, Kreuz- und Wechselkröte geschaffen werden.

Gewässer

  • Der BUND lehnt die Neuanlage von Folienteichen außerhalb des Siedlungsbereiches ab.
  • Teichabdichtungen mit Ton sind technisch aufwendig und bringen nur mäßigen Erfolg.
  • Die Neuanlage von Gewässern ist daher nur in den Bereichen sinnvoll, bei denen ein natürlicher Wasserstand gewährleistet ist.
  • Bei der Neuanlage von Gewässern hat man sich bisher zu sehr auf die Anlage von stabilen Lebensräumen konzentriert - die Anlage von dynamischen Lebensräumen wurde vernachlässigt. Positivbeispiel für dynamische Lebensräume: Seit die Rheinpolder südlich von Karlsruhe wieder regelmäßig geflutet werden, haben die Laubfrosch-Populationen dort stark zugenommen.
  • Neue Gewässer sollten nicht direkt neben Eingriffsorten angelegt werden. Aus fachlicher Sicht ist zum Beispiel davon abzuraten, dass Regenwasserüberlauf-becken bei Rebflurbereinigungen mit einem kleinen "Wurmfortsatz" als Amphibien-Laichgewässer ausgestattet werden.
Bergmolch; Bild: Jörg Fortak
Bergmolch

Leiteinrichtungen

  • Kleintierdurchlässe unter Straßen gelten als Eingriffsminimierung und nicht als Ausgleich- oder Ersatzmaßnahmen.
  • Die Pflege von Leiteinrichtungen - zum Beispiel die regelmäßigen Mäharbeiten - sind wesentlich für ihren Erfolg. Schon bei der Planung sollte darauf geachtet werden.
  • Manche Leitzäune mit schrägem Winkel zwischen Erdoberfläche und Zaun sind Amphibienfallen. Wichtig ist der 90 Grad Winkel, um Tiere nicht unnötig zu schwächen.
  • Eine breite Laufebene vor dem Zaun ist ebenfalls nötig, sie erleichtert auch die Mäharbeiten.


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