Den Wasserfrosch kann man an warmen Tagen ab Mai an Teichen quaken hören.
Bestände
Es gibt immer noch einen erheblichen Rückgang von stark gefährdeten Arten in Baden-Württemberg wie Laubfrosch, Moorfrosch, Kammmolch, Gelbbauchunke, Kreuzkröte, Wechselkröte.
Vor allem Arten bzw. Bestände im Offenland (Kammmolch, Gelbbauchunken, Kreuz- und Wechselkröte), die auf vegetationsfreie Kleingewässer - wie Pfützen - angewiesen sind, gehen zurück.
Bestände von Grasfrosch und Erdkröte haben sich dagegen stabilisiert, zum Teil gibt es sogar positive Entwicklungen. Die Erdkröte ist die einzige Amphibienart, deren Bestände vom Menschen profitieren.
96 Prozent der Amphibien, die an den Schutzeinrichtungen gefangen werden, gehören zu den weniger gefährdeten Arten wie Erdkröte, Grasfrosch und Bergmolch.
Prioritäten
Noch wichtiger als der Schutz der Laichwanderungen an Straßen ist der dauerhafte Schutz und die Neuanlage von Lebensräumen, vor allem der Erhalt und die Neu-schaffung von Überschwemmungsflächen.
Amphibien brauchen nicht nur Wiesen: Auch die kleinparzellierte Ackernutzung in Talauen kann aus Sicht des Amphibienschutzes förderlich sein. So können vegeta-tionsfreie Pfützen für Gelbbauchunke, Kreuz- und Wechselkröte geschaffen werden.
Gewässer
Der BUND lehnt die Neuanlage von Folienteichen außerhalb des Siedlungsbereiches ab.
Teichabdichtungen mit Ton sind technisch aufwendig und bringen nur mäßigen Erfolg.
Die Neuanlage von Gewässern ist daher nur in den Bereichen sinnvoll, bei denen ein natürlicher Wasserstand gewährleistet ist.
Bei der Neuanlage von Gewässern hat man sich bisher zu sehr auf die Anlage von stabilen Lebensräumen konzentriert - die Anlage von dynamischen Lebensräumen wurde vernachlässigt. Positivbeispiel für dynamische Lebensräume: Seit die Rheinpolder südlich von Karlsruhe wieder regelmäßig geflutet werden, haben die Laubfrosch-Populationen dort stark zugenommen.
Neue Gewässer sollten nicht direkt neben Eingriffsorten angelegt werden. Aus fachlicher Sicht ist zum Beispiel davon abzuraten, dass Regenwasserüberlauf-becken bei Rebflurbereinigungen mit einem kleinen "Wurmfortsatz" als Amphibien-Laichgewässer ausgestattet werden.
Bergmolch
Leiteinrichtungen
Kleintierdurchlässe unter Straßen gelten als Eingriffsminimierung und nicht als Ausgleich- oder Ersatzmaßnahmen.
Die Pflege von Leiteinrichtungen - zum Beispiel die regelmäßigen Mäharbeiten - sind wesentlich für ihren Erfolg. Schon bei der Planung sollte darauf geachtet werden.
Manche Leitzäune mit schrägem Winkel zwischen Erdoberfläche und Zaun sind Amphibienfallen. Wichtig ist der 90 Grad Winkel, um Tiere nicht unnötig zu schwächen.
Eine breite Laufebene vor dem Zaun ist ebenfalls nötig, sie erleichtert auch die Mäharbeiten.