Amphibienrettung – aber richtig!

Bild: Petra Morales/pixelio.de

In jedem Spätwinter beginnt wieder das gleiche Schaupiel: In feuchtwarmen Abend- und Nachtstunden und während oder nach starken Regenfällen sind jetzt besonders viele Amphibien unterwegs zu ihren Laichgewässern. Kröten bewegen sich oft nicht nur langsam, sondern verharren auch im hellen Scheinwerferkegel der Autos in einer Schreckstellung. Aber auch wenn sie nicht direkt vom Auto überrollt und getötet werden, können sie bereits ab einer Fahrgeschwindigkeit von ca. 40 Stundenkilometer vom Luftwirbel der Autos erfasst, hoch gewirbelt und so schwer verletzt oder getötet werden. Schon bei einer Verkehrsdichte von 60 Autos pro Stunde erwischt es bis zu 90 % der Kröten. So sterben auf unseren Straßen Jahr für Jahr Millionen Kröten, Frösche, Molche, Salamander.

Schutzmaßnahmen

Abhilfe schaffen nur fest installierte Amphibien-Leiteinrichtungen mit Tunneldurchlässen ("Krötentunnel"), aber davon gibt es immer noch viel zu wenige. Oder eben mobile Schutzzäune, die zu Hunderten von Naturschützerinnen und Naturschützern jedes Jahr aus Neue aufgestellt und während der Wanderungszeit täglich, manchmal auch mehrmals täglich kontrolliert werden. Die Amphibien, die sich in den Fangeimern entlang der Zäune sammeln, werden registriert (Anzahl, Art, Geschlecht) und auf der gegenüberliegenden Straßenseite wieder ausgesetzt, damit sie ihre Wanderung fortsetzen können.
Die gesammelten Daten dienen als Grundlage für die Planung von dauerhaften Schutzanlagen und zur Anfertigung von überregionalen Statistiken.

Wenig befahrene Straßen können in der Frühjahrs-Krötenwanderzeit abends und nachts gesperrt, andere mit einem Tempolimit oder Warnschildern versehen werden, damit die AutofahrerInnen ihr Fahrverhalten anpassen und die HelferInnen nicht selbst durch den Verkehr gefährdet werden. Die Möglichkeit der Straßensperrung aus Gründen des Artenschutzes ist in der Straßenverkehrsordnung geregelt und muss durch die zuständige Verkehrsbehörde genehmigt werden.

Helferinnen und Helfer willkommen!

Möchten Sie mithelfen, Amphibien zu retten? Dann wenden Sie sich an Ihre nächste BUND-Gruppe. Dort wird man Ihnen sagen können, wo Sie mitmachen können.

Oder haben Sie einen Straßenabschnitt mit einem Amphibienwechsel entdeckt, um den sich niemand kümmert und auf dem deswegen viele Amphibien totgefahren werden? Dann haben Sie die Möglichkeit, dies der Naturschutzbehörde bei Ihrem Landratsamt zu melden.



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Christine Fabricius
Fon 0711 620306-14
christine.fabricius@bund.net

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