Sie befinden sich hier:

Kein Bahnstrom aus Block 9

"Kein Kohlekraftwerk für Bahnstrom"

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) protestiert gegen die Beteiligung der Deutschen Bahn AG am neuen Kohlekraftwerk Mannheim. Die Bahn sichert als Großabnehmer von mehr als zehn Prozent des dort erzeugten Stroms die Wirtschaftlichkeit des Projekts "Block 9". Steigt die Bahn aus, wäre der Neubau zumindest in Frage gestellt.

Die Deutsche Bahn AG behauptet von sich, ein klimafreundlicher Mobilitätsanbieter zu sein. Allerdings ist der Energiemix alles andere als ökologisch: Die Bahn fährt überwiegend mit Kohle- und Atomstrom.  Klimafreundlich wäre sie, wenn sie auf erneuerbare Energien umsteigen würde.

Fordern Sie Bahn-Chef Dr. Rüdiger Grube auf, Klimaschutz ernst zu nehmen und nicht nur damit zu werben.

Unterstützen Sie unsere Online-Aktion: "Kein Bahnstrom aus Block 9!"

Schicken Sie jetzt eine Protest-E-Mail an den Bahn-Chef, die nachfolgenden Text enthält. Der BUND Baden-Württemberg bündelt die eigehenden E-Mails und übergibt sie gesammelt an den Bahn-Chef Dr. Rüdiger Grube.

 

 

Sehr geehrter Herr Dr. Grube,

es freut mich, dass die Deutsche Bahn AG umweltfreundlicher werden möchte. Mir ist bewusst, dass sich die Energie- und Klimabilanz der Bahn in den vergangenen Jahren auch schon verbessert hat.

Doch die Abnahme von Bahnstrom aus dem Neubau des Kohlekraftwerks in Mannheim (GKM Block 9) passt zu diesen Bemühungen nicht!

Statt den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben, setzt die Bahn damit - gemeinsam mit der GKM AG - auf den jahrzehntelangen Fortbestand der umwelt- und klimaschädlichen Kohlekraft. 

Schon heute ist die Bahn im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern ein umweltfreundliches Transportmittel, weil sie die eingesetzte Energie effizient nutzt. Doch Sie können die Klimabilanz ihres Unternehmens noch weiter verbessern. Denn nach wie vor besteht über die Hälfte der Energie, die die Bahn nutzt, aus schmutzigen fossilen Energieträgern und aus gefährlicher Atomkraft.

Ihr Unternehmen ist einer der größten Stromabnehmer Deutschlands. Ich fordere Sie auf, diese Verantwortung ernst zu nehmen. Stellen Sie den Strommix der Bahn durch Investitionen in regenerativen Anlagen auf Erneuerbare Energien um. Kaufen Sie keinen Strom aus Block 9 der GKM AG. Stellen Sie jetzt die Signale für echten Klimaschutz!

Die Bahn kann eine Schlüsselfunktion einnehmen, wenn es darum geht die Energiewende voranzubringen. Verspielen Sie nicht die ökologischen Vorteile, die die Bahn gegenüber dem Auto- und Flugzeugverkehr hat, indem Sie Ihre Züge mit Kohlestrom fahren lassen.
 
Mit freundlichen Grüßen

Ihr Vorname Nachname, Ort
(wird automatisch hinzugefügt)

Hintergrund

Die Deutsche Bahn AG ist einer der größten Stromkunden bundesweit. Der jährliche Energieverbrauch für den Schienenverkehr entspricht  rund 40 Prozent des Stromverbrauchs Baden-Württembergs. Im Strommix der Bahn stammen 56 Prozent aus schmutzigen fossilen Energieträgern, 26 Prozent gehen auf gefährliche Atomkraft zurück und nur 16 Prozent werden regenerativ erzeugt. 

Bahn stellt Weichen in Sachen Energiepolitik falsch

Die Bahn will den Anteil der extrem umwelt- und klimaschädlichen Kohleverstromung sogar noch erweitern. Dafür sollen vom geplanten Neubau des Kohlekraftwerks in Mannheim zukünftig rund ein Zehntel des 911-Megawatt-Blocks für die Bahn bestimmt sein. Bereits heute werden zehn Prozent des Strombedarfs der Deutschen Bahn aus dem bestehenden Kohlekraftwerk der Grosskraftwerk Mannheim AG (GKM) gedeckt.

Mit dem Neubau „Block 9“ sollen weitere 100 Megawatt hinzukommen. Für Klima- und Umweltschutz eine fatale Weichenstellung, denn Kohle ist einer der klimaschädlichsten Energieträger überhaupt. Besonders gravierend ist dabei vor allem der Neubau von Kohlekraftwerken, weil er den falschen Energieträger für die nächsten Jahrzehnte zementiert.

Neben dem Kohlekraftwerk der GKM AG bezieht die Bahn unter anderem Strom aus dem Atomkraftwerk Neckarwestheim und aus schmutzigen Kohlekraftwerken in Lünen oder Schkopau. Neben Block 9 in Mannheim soll ein weiteres Kohlekraftwerk mit Bahnstromanteil in Datteln gebaut werden. Hier konnte nach Protesten von BUND und anderen ein Baustopp erreicht werden.

Statt Umweltschutz Kohlestrom aus Mannheim

Zwar präsentiert sich der Konzern mit der so genannten Umweltoffensive „DB ECO Programm“ mittels CO2-neutraler Fahrten für Geschäftsfkunden oder dem Vertrag mit einem Windpark in Märkisch-Linden für den rechnerischen Betrieb von sechs ICE-Zügen als Vorreiter in Sachen Klimaschutz, doch ist das Programm mehr Schein als Sein. Tatsächlich ist die Deutsche Bahn AG in Sachen Umweltschutz im tiefsten Dampflockzeitalter. Denn am Gesamtstrommix der Bahn ändern die Prestigeprogramme kaum etwas, eine Weiche für die Umstellung auf Erneuerbare Energien wird nicht gestellt.

Anstatt sich in Sachen Klimaschutz auf reine Prestigeprojekte zu beschränken fordert der BUND von der Bahn ernsthafte Klimaschutzmaßnahmen und den massiven Neubau von Erneuerbaren-Energien-Anlagen mit Ziel einer umfassenden Umstellung des firmeneigenen Gesamtstrommix auf Erneuerbare Energien.
Der BUND sieht die Signale eindeutig gestellt: die Bahn muss vor dem Neubau von „Block 9“ abbiegen und darf keinen Kohlestrom der GKM beziehen. Wenn die Bahn das Projekt verlässt, fehlt der GKM einer der größten Stromabnehmer Deutschlands und der Bahn-Konzern kann seinen Kunden glaubwürdigen Klimaschutz demonstrieren.

Bundesweit engagiert sich der BUND gegen klimaschädliche Kohlekraftwerke und für die Energiewende. In Mannheim ist er maßgeblich am Widerstand gegen „Block 9“ beteiligt und führt aktuell eine Klage gegen den Genehmigungsbescheid, die voraussichtlich Ende 2010 entschieden werden soll.

Mehr Informationen zum Kohlekraftwerk der GKM AG und zur BUND-Klage:  http://www.bund-bawue.de/gkm9

 

Jetzt online spenden! Unterstützen Sie den BUND Baden-Württemberg bei seinem Aktionen für die Energiewende und gegen den klimaschädlichen Block 9. 



Ihr Ansprechpartner:

Franz Pöter
Fon 0711 620306-16
franz.poeter@bund.net

Mit der Kraft Ihrer Kohle gegen Kohlekraft: Spenden Sie jetzt an den BUND!

Suche

Metanavigation: