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Den Süden in den Garten holen

Kräuterspirale: Heinz Hauenstein

Sie sind robust und genügsam was Nährstoffbedarf und Bodenbeschaffenheit angehen, aber verschwenderisch und betörend in Duft und Farbenpracht. Mediterrane Kräuter zaubern ein südliches Flair in den Garten und bieten Schmetterlingen und Wildbienen ein Refugium.

Experiment mit Düften und Farben

"Mediterrane Kräuter sind aromatische Allroundkünstler. Sie verwöhnen mit herrlichem Duft und köstlichen Aromen, sie sind gesund und ein Gewinn für jeden Garten", schwärmt Heide Bergmann, die in der BUND-Ökostation Freiburg unter anderem für Umweltbildung, den Biogarten und gesunde Ernährung zuständig ist. Die Kräuterexpertin rät, sich auf die Vielfalt einzulassen und zu experimentieren. Die Auswahl an Kräutern ist riesengroß. Angefangen von den heimischen Kräutern wie Dost oder Feldthymian über die Kloster- und Bauerngartenpflanzen wie Salbei, Gewürzfenchel, Wermut oder Lavendel bis zu unbekannteren Arten wie etwa Spanischer Salbei, pontischer Beifuß oder Orangenthymian. Kräutergärten sind für Nase und Auge ein Genuss. Man kombiniere einmal die Düfte von  Ananas-Salbei, Zimtbasilikum, Schokominze oder Apfelduftgeranie. Oder man zaubert ein Beet mit einem Blütenmeer aus verschiedenen Blautönen mit Steppensalbei, Rosmarin, Borretsch Ysop und Lavendel.

Blaue Holzbiene, Bild: Heinz Hauenstein

Kräutergärten als Beitrag zum Artenschutz

Aromatische Kräuter bereiten nicht nur Gartenliebhabern eine Freude, an ihnen laben sich auch Schmetterlinge, Wildbienen und Hummeln, denn die meisten aromatischen Kräuter gehören zu den Lippenblütlern. Die "Unterlippe" der Blüten ist ein optimaler Insekten-Landeplatz und die Kelche bieten reichlich Nektar. Mit einem naturnahen Kräutergarten holt man sich also auch seltene Tierarten in den Garten. "Die verschiedenen Insektenarten finden 'ihre' Pflanzen mit sicherem Instinkt. Die Wollbiene etwa fliegt auf Gartensalbei, Wollziest und Gamander. Die blaue Holzbiene dagegen auf Muskateller-Salbei. Die Maskenbiene bevorzugt Fenchel und Schnittknoblauch", weiß Heide Bergmann.

Schritt für Schritt zum Kräutergarten

Wer nicht gleich den ganzen Garten umkrempeln möchte, kann mit einer Kräuterspirale, einem Hochbeet oder einem mediterranen Topfgarten beginnen. Auch ein Sitzplatz umgeben von duftenden Kräutern wird zur sinnlichen Oase. Und gerade dort, wo normale Gartenpflanzen nur schlecht gedeihen – wie etwa auf Bauschutt, Steinen und Geröll – lassen sich die oft genügsamen Kräuter gut ansiedeln. Für sonnenexponierte Trockenstandorte sind mediterrane Kräuter die Pflanzen der Wahl.

Ein Garten ist eine Art Experimentierfeld, man kann also einfach loslegen; die Pflanzen zeigen einem durch rasches Wachstum und üppige Blüte selbst an, ob sie am richtigen Standort stehen oder gegebenenfalls umgesetzt werden wollen.

Expertinnenrat

In ihrem neuen Kräuterbuch "Mediterrane Kräuter" stellt Heide Bergmann die ganze Vielfalt mediterraner Kräuter vor und beschreibt, wie man Zitronenthymian, Apfelduftgeranien, Lavendel, Bergbohnenkraut und viele andere Sorten im heimischen Garten anbaut, miteinander kombiniert und verarbeitet. 115 Pflanzenportraits vermitteln Eigenschaften und Besonderheiten der unterschiedlichen Arten von Agastache bis Zypressenkraut, zahlreiche Gestaltungsvorschläge mit Pflanzplänen helfen bei der praktischen Umsetzung. Dazu gibt’s praktische Tipps zum naturnahen Gärtnern und leckere Rezepte zum Kräutergenuss etwa mit einem Diabolo menthe.

  • Heide Bergmann, Mediterrane Kräuter, Genuss und Flair des Südens, 144 Seiten mit 250 Farbfotos, 19,99 Euro, Gräfe und Unzer.
  • Der Kräutergarten der Ökostation in Freiburg bietet reichlich Informationen und Anbaubeispiele für Kräuter. Er ist auch unter www.oekostation.de zu besichtigen

Woher nehmen?

Eine große Auswahl an Arten und Sorten bieten spezialisierte Gärtnereien an. Heide Bergmann etwa empfiehlt unter anderem:

(Friederike Köstlin)



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