Was wäre ein Garten oder eine Wiese ohne das Summen und Brummen von Bienen und Käfern im Sommer? Wirklich keine schöne Vorstellung.
Insekten haben – nicht nur im Sommer - wichtige Funktionen im Ökosystem, auch im Ökosystem Garten. Da es oft an geeigneten Brut- und Überwinterungsmöglichkeiten wie dürren Stengeln, offenem Lehm- oder Sandboden oder Totholz fehlt, können Sie die Insekten, Käfern und Spinnen mit einem eigenen Haus, dem sogenannten Insektenhotel, unterstützen – und das ganzjährig und ästhetisch ansprechend.
Viele der potenziellen Hotelbewohner wie Hummeln und Wildbienen bestäuben Blüten, z. B. von Erdbeeren, Kirsch- und Apfelbäumen - ohne Insekten keine Früchte. Andere, wie z. B. die Schlupfwespen, wirken als natürliche Schädlingsbekämpfer, beispielsweise gegen Blattläuse oder Motten. Auch seltenen Arten, z. B. verschiedenen gefährdeten Wildbienen-Arten, können Sie mit einem Insektenhaus helfen. Und sogar Tieren, die keine Insekten sind, wie Asseln, die zu den Krebstieren gehören, oder Spinnen.
Nicht zuletzt ist ein Insektenhotel auch ein schönes „Gartenmöbel“ und – wenn man sich die Zeit zur Beobachtung nimmt – auch ideales Anschauungsobjekt zu den unterschiedlichsten Tierarten.
Die wichtigsten Grundsätze für das Insektenhotel sind:
- Vollsonniger und witterungsgeschützter Standort.
- Viele Kräuter, blütenreiche Wildpflanzen, einheimische Sträucher und Bäume in der Nähe.
- Ausreichend Lehm, Sand und Wasser im Insektenhotel oder in der Nähe, damit die Insekten auch selbst bauen können.
- Stabiles Gerüst und Dach aus Kanthölzern und Brettern, evtl. Dachpappe als Regenschutz, feinmaschigen Drahtzaun zur Abdeckung der Vorder- und Rückseite.
- Unterteilung in verschiedene Fächer mit Brettern.
- „Inneneinrichtung“ nur aus unbehandelten (!) Naturmaterialien: Tontöpfe, Ziegelsteine, Natursteine, Heu, Stroh, Moos, Bambusrohre, Schilfstengel, kleine Äste, gebündelte hohle Zweige (z. B. Holunder), Borkestücke, Holzklötze und Baumscheiben (mit vorgebohrten Brutröhren).
Materialliste für ein einfaches Insektenhotel
- 4 Bretter (2 m lang, 35 cm breit) für den Rahmen und 2 Bretter (1 m lang, 35 cm breit) für das Dach, zusätzlich 6-10 Winkelverbinder und mehrere Schrauben um die Bretter miteinander zu verbinden
- 2 große Fundamentsteine als stabilen Unterbau (oder mit Metallfüßen einzementieren)
- Dachpappe als Regenschutz
- Feinmaschigen Drahtzaun
- Tackernadeln oder kleine Nägel zum Befestigen der Dachpappe und des Drahtzauns
- 4 Baumscheiben oder Hartholzklötze mit Bohrlöchern, hier benötigen Sie einen Bohrer mit verschieden starken Bohraufsätzen (2-10 mm Durchmesser, enge Löcher wenige, weite Löcher bis 15 cm tief, hinten eine Holzwand stehen lassen); Bohrlöcher sollten ganz leicht schräg nach oben führen (damit evtl. eingedrungenes Wasser ablaufen kann).
- 2 kleine Terrakotta- oder Tonblumentöpfe und stabile Kordel zum Aufhängen
- Lochsteine, Moos, Gras, Heu, Stroh, kleine Steinchen, dünne Zweige und Baumrinde als Inneneinrichtung
Ihrer Fantasie bei Ihrem individuellen Insektenhotel sind keine Grenzen gesetzt. Schöne Anregungen finden Sie hier.
Es gibt auch kleine Insektenhotels fertig mit oder ohne Füllung zu kaufen, z. B. im BUND-Laden – eine nette Geschenkidee für Gartenfreundinnen und –freunde.
Und wer sich gründlich mit der Thematik auseinander setzen will, besorgt sich ein Buch, z. B. von Wolf R. Günzel, Wolf „Das Insektenhotel. Naturschutz erleben. Bauanleitungen - Tierporträts – Gartentipps“, das auch im BUND-Laden zu bestellen ist.