O Tannenbaum, wie grün bist du?

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Die meisten Weihnachtsbäume kommen von hoch intensiv genutzten Plantagen, in denen kräftig gespritzt und gedüngt wird. Pestizide gegen Insekten, Herbizide gegen Fremdgewächse sowie Mineraldünger für guten Wuchs und eine intensive Grün- oder Blaufärbung der Nadeln. Oft wird die gesamte Bodenvegetation durch Totalherbizide totgespritzt. Auch scharfe Insektizide aus der Gruppe der Neonicotinoide werden eingesetzt. Die Gentechnik hat diesen Markt längst im Visier und arbeitet an Christbaum-Klonen.

Allerdings gibt es auch Positives zu berichten. Dank eines Erlasses der grün-roten Landesregierung aus dem Jahr 2011 darf Grünland nicht mehr zum Zwecke des Anbaus von Weihnachtsbäumen umgebrochen werden. Dadurch sieht man bereits eine deutliche Verbesserung der Situation vielerorts in Baden-Württemberg.

Der BUND empfiehlt Bio-Weihnachtsbäume. Sie werden entsprechend den Vorschriften der Europäischen Union ohne synthetische Düngemittel und Pestizide aufgezogen. Jährlich werden Bio-Christbaum-Betriebe kontrolliert, sie erhalten dann Biozertifikate. Die Preise für "Öko-Weihnachtsbäume" entsprechen jenen aus konventioneller Aufzucht.

Weihnachtsbäume entsorgen
Weihnachtsbäume sollten nicht in der Mülltonne entsorgt werden. Vor den Häusern oder am Straßenrand abgelegt, werden die Bäume von den Gemeinden eingesammelt. Sie lassen sich aber auch für den Kompost oder - getrocknet – als Brennholz weiterverwenden. Dafür muss der Baum vollständig von Metallhaken und Schmuck befreit sein. Bleibt beispielsweise bleihaltiges Stanniol-Lametta am Baum, gelangt beim Verbrennen giftiges Bleioxid in die Umwelt. Bleihaltiger Kompost kann die Böden belasten.

Weihnachtsbäume recyceln
Weihnachtsbäume, die es in Töpfen zu kaufen gibt, werden meist ausgestochen und anschließend mit dem Erdballen in einen Topf gesteckt. Gut geeignet ist hierfür die Blaufichte, da ihre Wurzeln im Gegensatz zur Nordmanntanne besser mit dem Spaten abgetrennt werden können. Da aber die Bäume durch das Aufstellen in der warmen Wohnung aus dem Winterschlaf gerissen wurden, erfrieren sie zumeist später beim Auspflanzen. Der BUND empfiehlt, den Baum für einige Tage in einem kühlen Treppenhaus oder in einer nicht zu kalten Garage zwischen zu lagern und ihn erst dann einzupflanzen.