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4. Januar 2008

Feinkostladen der Nation in Gefahr

Radolfzell. Der Countdown läuft. In Kürze wird das bundesweite Gentechnikgesetz beschlossen. Die Möglichkeit, die viel zu geringen Sicherheitsabstände durch private Absprachen zu unterlaufen, vereinfachte Genehmigungsverfahren und massive Erleichterungen für die Forschung bedrohen auch die gentechnikfreie Landwirtschaft in Baden-Württemberg. Auf einer Pressekonferenz im Rahmen der 32. Naturschutztage fordern die beiden größten Naturschutzverbände im Land, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU), die Landesregierung auf, die Gentechnikversuche auf Landesflächen und durch Landesinstitutionen zu beenden und keine neuen zu beginnen. „Die Gentechnikversuche des Landes sind überflüssig und gesundheitsgefährdend“, heben BUND und NABU hervor. Die Versuche mit genmanipulierten Pflanzen bedrohen den gentechnikfreien Landbau und schädigen zudem Baden-Württembergs Ruf als Feinkostladen der Nation. „Die Landesregierung muss endlich den Willen der Bevölkerung und die Befürchtungen der Bauern Ernst nehmen“, erklärt die BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender: „Die Versuche sind risikoreich und unnötig. Sie dienen nur dazu der Agrogentechnik hinter dem Rücken der Bürgerinnen und Bürger den roten Teppich im Land auszurollen.“ Statt sich ausschließlich an den Wünschen der Agrarindustrie zu orientieren, sollte sich die Landesregierung mit einem fortschrittlichen Landesgesetz für den gesetzlichen Schutz der zahlreichen gentechnikfreien Zonen im Land einsetzten. Wie die Erfahrung z.B. in Kanada zeigt, löst die Agrogentechnik keine Probleme, sondern schafft neue: Die ökologische Landwirtschaft ist nach Auskreuzungen der manipulierter Gene nicht mehr möglich. „Nur Produkte, die mit gentechnikfreiem Futter hergestellt wurden, dürfen künftig noch mit dem ‚Qualitätszeichen Baden-Württemberg’ ausgezeichnet werden“, fordert NABU-Landesvorsitzender Dr. Andre Baumann.
Schon jetzt haben sich über 4.600 Landwirte zusammengeschlossen, die auf einer Fläche von rund 150.000 Hektar gentechnikfrei produzieren. „Weder Landwirte noch Verbraucher wollen die grüne Gentechnik, im Gegenteil. Der Trend geht zu Lebensmitteln in Bioqualität. Deshalb: Wir brauchen keine staatlich geförderte Agrogentechnik und auch keine Lippenbekenntnisse für Verbraucher“, fordern BUND und NABU. „Hören Sie auf die Wünsche Ihrer Wähler hier in Baden-Württemberg und unterstützen Sie den Verkauf heimischer, gentechnikfreier Produkte mit einer einfallsreichen Werbekampagne. So bleibt auch die Kaufkraft im Land.“
Damit noch mehr Genießer den heimischen Lebensmitteln aus Baden-Württemberg vertrauen können, muss das Qualitätszeichen endlich auch gentechnikfreies Futter zwingend vorschreiben. Denn bisher gelangen gentechnisch veränderter Mais und genmanipuliertes Soja als Futtermittel in Fleisch- und Milchprodukte aus Baden-Württemberg. „Ich will beim Biss ins Steak keine Angst haben müssen, weil das Rind vielleicht mit Genmais und Gensoja gemästet wurde“, so Baumann. „Der Ausschluss manipulierten Futtermittel wird – wie das Beispiel Österreich zeigt – eine große und stabile Nachfrage bei den gentechnikfreien Futtermitteln schaffen. Das würde auch zu einer verstärkten Nachfrage nach regionalen Produkten durch die umweltbewussten Verbraucher in unserem  Land führen“, betont Dahlbender. BUND und NABU appellieren an die Landesregierung: „Setzen Sie sich für das Gütezeichen Baden-Württemberg ein und stoppen Sie die grüne Gentechnik. Noch ist es nicht zu spät. Denn Produkte aus Baden-Württemberg haben nur dann eine Zukunft, wenn sie gentechnikfrei bleiben.“


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Für Presse-Rückfragen:
Dr. Brigitte Dahlbender
Mobil: 0171/9341336

Dr. Andre Baumann
Mobil: 01520/984 7011




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