8. Oktober 2004
Pflanzenschutzmittel belastet Grundwasser
BUND fordert: Bentazon muss verboten werden
Stuttgart. In hohen Dosen kann es die Haut reizen, wie ein Nervengift wirken und im Extremfall sogar tödlich sein: Bentazon. Das Pflanzenschutzmittel ist giftig und muss deshalb verboten werden. Das hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, gefordert und damit auf die aktuellen Grundwasseruntersuchungen der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (LfU) reagiert. Diese hatten ergeben, dass bei mehr als der Hälfte der Messstellen der Trinkwassergrenzwert für Bentazon überschritten wurde - in einem Fall sogar um die 20-fache Menge. "Das giftige Pflanzenschutzmittel hat im Grundwasser nichts zu suchen. Schließlich wird der größte Teil des Trinkwassers in Baden-Württemberg aus dem Grundwasser gewonnen", erklärte BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender.
Bentazon belegt den traurigen Spitzenplatz bei der Grundwasserbelastung. Lediglich Schädlingsbekämpfungsmittel (Pestizide), die schon längst verboten sind - wie etwa Atrazin und Bromacil - seien ebenso häufig oder noch häufiger nachgewiesen worden. Das zeige die Auswertung aller Grundwasser-Messstellen in Baden-Württemberg in den vergangenen zwölf Jahren. Bentazon ist nicht nur in Baden-Württemberg ein Problem: Daten des Umweltbundesamtes zeigten, dass der Wirkstoff regelmäßig unter den zehn am häufigsten im Grundwasser nachgewiesenen Pestiziden zu finden sei - zwischen generell oder in Wasserschutzgebieten verbotenen Wirkstoffen. Dass Bentazon das Grundwasser schädigt, ist keine neue Erkenntnis: Schon 1990 war in einem Feldversuch nachgewiesen worden, dass Bentazon bei ordnungsgemäßer Anwendung ins Grundwasser gelangen kann. Das Land müsse auf diese alarmierenden Ergebnisse reagieren und Bentazon verbieten. Das giftige Pflanzenschutzmittel wird vor allem beim Anbau von Getreide und Mais eingesetzt, um Gräser und Kräuter zu bekämpfen. Dafür gibt es laut BUND genug andere Alternativen: Bauern, die mit ökologischen Anbaumethoden arbeiten, verzichten ganz auf Pflanzenschutzmittel. Aber auch herkömmliche Anbaumethoden seien nicht auf Bentazon angewiesen. Für Getreide gibt es viele Pflanzenschutzmittel, die das Grundwasser weniger belasten.
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