20. Juni 2016

ENBW-Pläne: Kein Atommüll-Shuttle auf dem Neckar

Anti-Atom-Demo in Neckarwestheim. Foto: Max Kemmner/BUNDBW

Der BUND fordert alternative Transportwege, wie über Straße und Schiene. Foto: Max Kemmner/BUNDBW

Die EnBW plant, hochradioaktive Brennelemente aus dem Atomkraftwerk Obrigheim über den Neckar nach Neckarwestheim zu schaffen. Der BUND warnt grundsätzlich vor den Gefahren von Atommülltransporten, insbesondere aber über den Transport per Wasserweg.  „Castor-Transporte mit hochradioaktiven Atommüll sind per se schon viel zu riskant. Bei einem Transport per Schiff  kommt noch hinzu, dass die EnBW keinerlei  Erfahrung mit Transporten auf Binnengewässern hat“, sagt Dr. Brigitte Dahlbender, Vorsitzende des BUND Baden-Württemberg.

„Schon kleinere Zwischenfälle können unabsehbare Folgen für Mensch und Umwelt haben. Ein Unfall trifft automatisch auf viele Kilometer Wasser und auf Tausende Menschen. Und: Es wird nicht bei nur einer Fahrt mit der gefährlichen Fracht bleiben. Da nur drei Castoren auf ein Schiff passen, werden für die 15 Obrigheimer Castoren mindestens fünf Fahrten durchgeführt werden müssen.  Dahlbender fordert von den zuständigen Behörden, die Transporte auf keinen Fall zu bewilligen: „Die Pläne der EnBW gleichen einem Shuttle-Service für hochradioaktiven Atommüll. Das Risiko dafür ist unberechenbar und einfach zu groß!“

Sollte die EnBW an den Verlagerungsplänen festhalten, fordert der BUND Baden-Württemberg die EnBW und die Behörden auf, über alternative Transportwege nachzudenken, wie über Straße oder Schiene. „In Strategiepapieren und Hochglanzanzeigen präsentiert sich die EnBW als Dienstleister der Energiewende. Nun erwarten wir, dass sie ihr Image erfüllt und beim Transport von abgebrannten Brennelementen den möglichst umweltfreundlichen und möglichst sicheren Weg wählt“, so Dahlbender. „Statt Schiffstransporte mit der gefährlichen Fracht sollte die EnBW besser die Genehmigung des Standortzwischenlagers vorantreiben.“ Das Verfahren läuft seit fast 10 Jahren und ruht derzeit.

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