5. Januar 2017

Gerhard-Thielcke-Naturschutzpreis:
BUND zeichnet Macher von der Ostalb aus

Worm (rechts) am Remswasserfall. Foto: LEV Ostalb

Kai Baudis bezeichnet Ralf Worm als Möglich-Macher, Überzeuger und hartnäckigen Kämpfer gegen bürokratische Widerstände und für den Naturschutz. Foto: A. Koch/BUND BW

„Viele Wacholderheiden und Magerwiesen der Ostalb hätten ohne Ralf Worm nicht überlebt. Dass heute die Landschaft im Ostalbkreis mit mehr Hecken vernetzt ist als in anderen Gegenden, ist ebenfalls dem Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverhaltungsverbands Ostalb zu verdanken. Mit Herzblut, hervorragender Arbeit und Mut für unkonventionelle Lösungen kämpft Worm für die Landschaftserhaltung in Ostwürttemberg“, sagt Kai Baudis, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Baden-Württemberg, in seiner Laudatio. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert.

Im Landschaftserhaltungsverband arbeitet der 50-Jährige seit 15 Jahren mit Fachleuten aus Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunen, um die naturnahe Landschaftspflege über alle Ebenen hinweg voranzubringen. Vorbildliche Arbeit leisten Worm und sein Team beispielsweise bei der Pflege und Wiedervernässung von Feucht- und Nasswiesen, bei Weideprojekten mit Auerochsen, Schafen und Ziegen oder bei der Bachrenaturierung:

Insgesamt 15 Kilometer Im Landschaftserhaltungsverband arbeitet der 50-Jährige seit 15 Jahren mit Fachleuten aus Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunen, um die naturnahe Landschaftspflege über alle Ebenen hinweg voranzubringen. Vorbildliche Arbeit leisten Worm und sein Team beispielsweise bei der Pflege und Wiedervernässung von Feucht- und Nasswiesen, bei Weideprojekten mit Auerochsen, Schafen und Ziegen oder bei der Bachrenaturierung:

Lebenslauf: Gummistiefel statt Laborkittel

Worm war 17 Jahre alt, als er zu BUND und NABU kam und im Naturschutz aktiv wurde. Nach seinem Studium der Physik an der Universität Stuttgart tauschte er Laborkittel gegen Schnittschutzhose und Gummistiefel. „In den 80er Jahren ist jeden Tag die Welt ein bisschen untergegangen. Nach dem Studium wollte ich meinen Teil dazu beitragen, den Niedergang unserer Natur zu bremsen. Das klappt nicht im Physiklabor“, so der Preisträger.

Nicht nur hervorragende fachliche Kompetenz macht Worm aus: „Ralf Worm ist ein Möglich-Macher, ein Überzeuger, ein hartnäckiger Kämpfer gegen bürokratische Widerstände. Die Arbeit als Geschäftsführer eines Landschaftserhaltungsverbands ist mit viel Verwaltung verbunden, Spielräume und Fortschritte muss man sich mit reichlich Energie erkämpfen. Vorher eher skeptische Bürgermeister hat er überzeugt und sogar dazu gebracht, für die Gründung anderer Landschaftsverbände einzuspannen“, sagt Baudis. „So ist Worms Landschaftserhaltungsverband einer der vier ersten in Baden-Württemberg. Mit seinen Erfolgen gilt er als Vorbild für Landschaftsverbände in anderen Landkreisen.“

Gegen die Mühlen der Bürokratie

2017 steht für den Macher der Ostalb ein Beweidungsprojekt einer Knollenmergel-Buckelwiese westlich von Aalen im Fokus. Knollenmergel-Buckelwiesen sind eine für die Gegend typische und sehr artenreiche Landschaft mit extrem welligen Hängen. Die Böden sind landwirtschaftlich nur schwer zu bearbeiten. In Folge verbuschen die Wiesen. Um die typische Knollenmergel-Landschaft zu erhalten, setzt Worm bei dem Projekt Schafe als Rasenmäher ein.

In 2017: Schafe retten Knollenmergel-Buckelwiesen

Das Schwierige bei solchen Projekten, so Preisträger Worm, sei nicht die fachliche Planung und Konzeption oder die Arbeit draußen in der Natur oder Menschen zu gewinnen. Bei diesem Projekt hat Worm insgesamt acht Akteure aus Gemeinden, Grundstückseigentümer, Pächter und Schäfer ins Boot geholt. Schwierig seien die Bürokratie und das Management vieler Aufgaben gleichzeitig. „Doch mit einer gesunden Mischung aus Idealismus und Pragmatismus, kreativen Ideen, dem Mut der Tüchtigen und insbesondere Dranbleiben kann man eigentlich fast immer alle Widrigkeiten lösen. Und so starten wir 2017 mit dem Bau eines Gallagher-Zauns, ein Profizaunsystem aus Neuseeland, zum Schutz der Schafe. Insgesamt werden wir 2017 weitere 150 Pflegemaßnahmen umsetzen.“

Fotos mit Bildunterzeile:

  • Ralf Worm (rechts) im Eisatz am Remswasserwall. Foto 1: LEV Ostalb.
  • Heidepflege auf der Birkhofheide bei Aalen. Foto 2: LEV Ostalb.
  • Renaturierter Sixenbach mit Auerochsen bei Ellwanden-Schleifhäusle. Foto 3: LEV Ostalb.

Kontakt für Rückfragen:

  • Kai Baudis, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Baden-Württemberg, kai.baudis@bund.net
  • Angela Koch, Referentin für Öffentlichkeits- und Pressearbeit BUND Baden-Württemberg, angela.koch@bund.net, mobil: 0176/24043107

Gerhard-Thielcke-Naturschutzpreis

Zum 75. Geburtstag des BUND-Mitbegründers und langjährigen BUND-Landesvorsitzenden Gerhard Thielcke aus Radolfzell am Bodensee hat der BUND Baden-Württemberg 2006 den Gerhard-Thielcke-Naturschutzpreis ins Leben gerufen. Über die Vergabe entscheidet der BUND-Landesvorstand. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wird bei den Naturschutztagen in Radolfzell verliehen.

Die bisherigen Preisträger*innen sind: Eberhard Koch vom BUND Westlicher Hegau, Kreis Konstanz; Günter Künkele, Naturschützer, Naturfotograf und Buchautor aus Bad Urach; Reinhard Wolf aus Marbach am Neckar, der beim Regierungspräsidium Stuttgart die Naturschutzabteilung leitet; die Landwirtschaftsmeisterin und Biobäuerin Anneliese Schmeh aus Überlingen; Kai Frobel, der Initiator des Grünen Bandes auf dem ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen; Dr. Hans-Helmut Klepser vom RP Tübingen , der LNV-Vorsitzende Reiner Ehret und Gerhard Röhner, Naturschutzbeauftragter der BUND Rhein-Neckar-Odenwald.

Naturschutztage am Bodensee:

Naturschützer*innen treffen sich seit den 1970er Jahren zu Austausch und Weiterbildung bei den Naturschutztagen am Bodensee in Radolfzell. Gegründet wurden die Naturschutztage 1976 vom BUND Baden-Württemberg durch den Landesvorsitzenden Gerhard Thielcke und dem Geschäftsführer Wolfgang Friedrich. Mittlerweile sind die Naturschutztage mit bis zu 1.000 Teilnehmer*innen die größte regelmäßig stattfindende Naturschutztagung im deutschsprachigen Raum. Seit 1987 veranstalten die baden-württembergischen Landesverbände von BUND und NABU die Naturschutztage gemeinsam. Seit 2006 wird hier der Gerhard-Thielcke-Naturschutzpreis verliehen.




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